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Robert Combas

Der französische Maler und Bildhauer Robert Combas wurde am 25. Mai 1957 in Lyon (Frankreich) geboren. Nach einem einjährigen Studium an der École des Beaux- Arts in Séte (1974-75), wechselte Combas an die Kunsthochschule nach Montpelliier, um dort bis 1980 sein nationales Diplom in Malerei zu machen. 1980 erfolgte auch seine erste Ausstellung.

Robert Combas gilt als Provokateur der französischen Kunstszene in den 1980er Jahren. Scheinbar laut, ungestüm und respektlos treten seine Bilder in den Vordergrund. Gemeinsam mit anderen Malern seiner Generation – insbesondere Hervé di Rosa, François Boisrond, Rémi Blanchard – fasste man sie unter dem Schlagwort der Figuration libre zusammen, die ihrerseits deutliche Beziehungen aufweist zu den Neuen Wilden in Deutschland und vor allem zur amerikanischen Popszene um Keith Haring und Jean- Michel Basquiat. Sie alle rebellierten ab Ende der 1970er Jahre gegen die müde gewordene abstrakte Kunst, gegen jegliche Formen der konzeptuellen Kunst und fanden neue Themen in einer durch und durch figurativen, häufig auch narrativ angelegten Bildstruktur außerhalb des Mainstreams und des Establishments aber selten politisch motiviert wie ihre deutschen Counterparts.

 


 

Docteur Krokenbière, 1986
Acryl auf Nessel
209 x 157 cm

 

Docteur Krokenbière kann als eines der wichtigen Werke der 1980er Jahre angesehen werden, da sich hier nicht nur eine bis zur Absurdität und Groteske gesteigerte Krankenhausszene ereignet, sondern zugleich das zeichnerische Prinzip Combas bereits deutlich hervortritt, indem er keine Freiflächen belässt und alle Details bis hin zum Bildgrund mit einander verkettet. Zwar liegt das Hauptaugenmerk auf den vier Figuren, allen voran auf dem weiß bekittelten Chirurgen, aber dann gleitet der Blick unweigerlich weiter zum Kranken, dessen schmerz- und angstverzerrte Augen den Horror erst erkennbar werden lassen: die große Schere in der Hand des Arztes, der anscheinend brachial und ohne Betäubung vorzugehen trachtet, der Sanitäter hinter dem Chirurgen, der seinerseits das „Maul aufreißt“ und nicht zu übersehen die riesige Spritze, die schon einsatzbereit überdimensioniert dasteht. Die eigentliche Handlung jedoch hinterfängt Combas mit einem eigentümlichen Netzgewebe aus Linien, welche sich überschneiden und zu roten oder blauen Knoten bündeln. Das schafft zum einen eine Beruhigung hinsichtlich der Gesamtkomposition, lässt aber zugleich die Dominanz der Linie- ähnlich Haring- hervortreten.

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