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Olivier Debré

Olivier Debré wurde am 14. April 1920 in Paris geboren und verstarb dort  am 01. Juni 1999. Ende der 1930er Jahre  belegte Vorlesung in Architektur an der École nationale supérieure des Beaux-Arts de Paris und studierte Geschichte an der Sorbonne. Debré gilt in Frankreich als einer der bedeutenden Maler des französischen Informel. Bei Debré stand jedoch nicht so sehr das Gestische im Vordergrund, sondern immer die Farbe selbst, die er gleichsam ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten von Wirkung und Wahrnehmung unterwarf. Selbst wenn man feststellen kann, dass der amerikanische Abstrakte Expressionismus ihn stark beeinflusst hat, dass vor allem Franz Kline und Mark Rothko sich in seinem Werk widerspiegeln, so ist der zumeist liquide Auftrag von Farbe kennzeichnend für ihn. In dieses Fließen und Scheinen der Farben mischte Debré mit der Zeit nur akzentuierend pastosere Farbbündel, die man etwa mit den „taches“, mit dem gestischen Tupfen von Farbe, in Beziehung setzen kann.

 


 
Ocre foncé aux taches noires, 1995-1998
Öl auf Leinwand
180 x 180 cm
 
In Ocre foncé aux taches noires agiert Debré nicht aus einem Verflüssigungsprozess von Farbe, der seinerseits die Farbtöne erst so richtig zur Geltung bringen will, sondern mit der sich verdichteten Konzentration unterschiedlichster, kaum benennbarer Farbvaleurs. Gerade das Graugrün erscheint auf den ersten Blick matt und düster. Erst bei längerer Betrachtung fängt es an zu leben, eröffnet verschiedenste Stufungen von Farbigkeit, in die unvermittelt rote, gelbe und weiße Farbschlieren hineinplatzen. Der Kontrast der leuchtenden und der dumpfen Farben könnte kaum größer sein. Erst allmählich erschließt sich jedoch ein Geflecht beider Ebenen, die Anklänge an Natur ahnen lassen. Die Nähe von Debré zur Natur ist in vielen seiner Werke deutlich zu spüren, vor allem aber das Erleben von Raum und Freiheit.
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