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Karl Fred Dahmen

Karl Fred Dahmen wurde am 04. November 1917 in Stolberg (bei Aachen) geboren und verstarb am 12. Januar 1981 in Preinersdorf (bei Gstadt). In den 1930er Jahren besuchte der Künstler die Kunstgewerbeschule Aachen, absolvierte eine Lehre als Gebrauchsgrafiker  und ging anschließend zum Militär. Nach seiner Kriegsgefangenschaft kehrte er nach Stolberg zurück (1945) und studierte für eine kurze Zeit an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Der dann freie Maler eröffnete 1946 seine erste Einzelausstellung im Suermondt -Museum Aachen und war Mitbegründer der Neuen Aachener Gruppe.

Karl Fred Dahmen war- neben Emil Schumacher und Gerhard Hoehme- einer der frühesten und wichtigsten deutschen Vertreter des Informel. Sein Frühwerk der 1950er und der ersten Hälfte  der 1960er Jahre umfasst neben den tachistischen (durch gestisches Tupfen wird Farbe aufgetragen)  Gemälden auch Gouachen und Collagen auf Holz. Seit Mitte der 1960er Jahre verarbeitete Dahmen in seinen strukturierten Flächen mit Zeichen und eingeritzten Spuren auch gefundene (Abfall-) Produkte, so dass Materialbilder und Objektkästen entstanden.


 
Montage mit rotem Objekt , 1965
Ölkreide und Öl auf Leinwand, rote Armstütze, Autoplane, Lederschnalle, Scheinwerferschirm, Gummimanschette
131,5 x 111 cm
 

Mit ihrem konkreten Einbezug realer Alltagsgegenstände,  das heißt  auch mit  dem Ausstieg aus den klassischen Gattungen Malerei und Skulptur, zeigte sich Dahmen im Vergleich mit zeitgleich entstandenen Werken der Nouveaux Réalistes, aber auch mit dem Combine paintings von Robert Rauschenberg und den früheren Werken von Jim Dine und Jasper Johns etwa, auf der Höhe seiner Zeit. Jedoch unterschied er sich im mittelgroßen Format, in der überlegt- geometrischen Strukturierung der Bildfläche und der zurückhaltenden, stumpfen Farbigkeit von diesen.

Dafür ist die zum Ludwig Museum gehörige Komposition aus dem Jahr 1965 ein repräsentatives Beispiel. Die Bildfläche ist zunächst mit Ölfarbe, Ölkreide oder appliziertem, linear beschaffenem Material in zueinander korrespondierende hoch- und querrechteckige Felder aufgeteilt. Hierin sind auf malerisch-pastos bearbeiteter, weißer  oder schwarzer Bildoberfläche die teilweise übermalten und somit in die Textur des Bildes eingearbeiteten Abfallprodukte als Raum ragende Strukturen und Farbinseln durchdacht assembliert. Absicht und Beiläufigkeit liegen in der Auseinandersetzung mit der Sperrigkeit der Materialien und ihrem möglichen Gebrauch als Bedingung der Kunst eng beieinander.
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