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Daniel Buren

Daniel Buren wurde am 25. März 1938 in Boulogne-Billancourt (bei Paris) geboren. Der Künstler studierte von 1957 bis 1960 Skulptur und Malerei an der École des Metiers d’Art in Paris, einer nationalen Gewerbeschule.

Der französische Künstler Daniel Buren gilt zu Recht als zentrale Figur innerhalb einer nun schon als Klassiker anzusehenden Generation, die in den 1960er Jahren mit neuen Werkformen die Kunst revolutioniert hat. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist die Malerei. Durch eine konzeptuelle Überlegung verwandelt er diese aber in ein System aus Streifen, das ihm – einem Markenzeichen gleich – fortan als ein visuelles System dient, mit dessen Hilfe er bis heute Rahmenbedingungen von Kunst analysiert und bezeichnet. Seine Arbeiten beschäftigen sich mit traditionellen Formen der Präsentation genauso wie mit dem Umgang von Kunst im öffentlichen Raum. Buren wendet sich Ende der 1960er Jahre von der Malerei ab und erklärt vertikale, farbige und weiße Streifen zum Basismaterial seiner Kunst. Seitdem entstehen seine Werke stets „in situ“. Sie beziehen sich auf den jeweiligen Ort, auf den er sich einlässt und der durch seine künstlerische Intervention vollkommen neu gedeutet und zur Erscheinung gebracht wird.

 


 
Rouge et Blanc, 1969
gestreifter Markisenstoff auf Holzrahmen, Ölfarbe
242 × 202,5 cm

Rouge et Blanc entstand unmittelbar nach (oder während?) seinen ersten Ausstellungen in Düsseldorf und Münster und bezeugt bereits diesen Übergang der Malerei Burens in eine neue Konzeption von Kunst, die sehr viel stärker auf den Raum als solchen reagiert, mit diesem in Interaktion tritt und die Präsentation von Kunst im Museum radikal in Frage stellt. Rouge et Blanc verbleibt letztlich noch unter allen klassischen Gegebenheiten des Bildes, mit Keilrahmen, Leinwand, einer Dimension, die in sich überschaubar ist sowie einer- wenngleich minimalen- Farbigkeit. Das System der Streifen, die im Werk von Buren seit ca. 1965 auftauchen, ist für sich gesehen einer der Faktoren, mit denen Buren das System der Bildpräsentation in einem (musealen) Raum aufweicht. Die wiederkehrenden Streifen erzeugen Momente der Uniformität, der (allerdings nur scheinbaren) Beliebigkeit und zugleich Banalität.

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