Ausstellungen

Ben Patterson

How to be Happy?

14.06.2020 bis 16.08.2020

Benjamin Patterson (1932-2017) zählt zu den Mitbegründern der Fluxus-Bewegung. Der in Pitsburg, USA, aufgewachsene Musiker, verbrachte viele Jahre in Wiesbaden (ab 1988) und arbeitete zuletzt an einer Sound-Collage, die für die documenta XIV in Athen und Kassel vorgesehen war. Dabei bezog er sich nicht nur rückblickend auf eine seiner früheren Arbeiten, sondern umspann gedanklich den Orient und den Okzident.

Mit seiner für die Documenta geplanten „Frosch-Partitur“ rekurrierte er ebenso tiefsinnig wie humorvoll auf die Tiefen von Philosophie, Lebensweisheit und ein umfassendes kulturelles Selbstverständnis. Sein selbst ernanntes „Sonic Graffiti“ (Klang-Graffiti), das aus Überlagerungen und Durchmischung von natürlichen Froschtönen, versteckten politischen Botschaften und philosophischen Weisheiten mit Hilfe von Chören entstehen sollte, war zugleich eine Hommage an den Ort selbst. Ausgehend von „Pond“, eine seiner sehr frühen eigenen Partituren von 1962, dem Initialjahr von Fluxus bezog er sich auf zwei weitere künstlerische Quellen: Der Froschkönig (Gebr. Grimms Kinder- und Hausmärchen Nr. 1, 1812 herausgegeben) und Aristophanes Komödie Die Frösche (405 v. Chr. im Athener Dionysischen Theater uraufgeführt). Mit dieser implizierten Zeitreise befördert Ben Patterson seine Rezipienten in einen Zeitraffer der westlichen Kulturgeschichte.

Die Ausstellung nimmt diese letzte Arbeit zum Anlass, über Ben Pattersons lange Beschäftigung mit Klang, Geräusch und Musik neu nachzudenken und seine Arbeitsweisen nachzubilden. Es ist eine forschende Reise durch ein über vierzig Jahre hinweg entwickeltes Oeuvre voll Witz und Humor, Selbstironie und doch zugleich feinsinniger Nuancierung, die auf gesellschaftliche Prozesse ebenso abhebt wie auf manch politische Situation. Ben Patterson steht hier in enger Nähe zu vielen seiner Fluxus-Freunde, zu John Cage ebenso wie Nam June Paik, Georges Marciunas und Wolf Vostell. Dabei ist spannend zu beobachten, dass er die wesentliche Maxime von Fluxus beibehielt und zelebrierte, nämlich das generelle Negieren eines (musealen) Endproduktes, welches eine künstlerische Ausdrucksweise prägt, wohingegen der Weg dorthin von deutlich größerer Bedeutung ist. So entsteht das Kunstwerk erst im Kopf des Rezipienten; sichtbar bleibt am Ende häufig nahezu nichts.


Galerie

 

Partner

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass von Ben Patterson, der Galerie Schüppenhauer, Köln, sowie zwei amerikanischen Museen, die die Ausstellung im Anschluss möglicherweise übernehmen werden.

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