Ausstellungen

Pierre Soulages

Noir / Lumière

04.11.2018 bis 06.01.2019

Das künstlerische Werk von Pierre Soulages gilt weit über die Grenzen Frankreichs hinaus als einzigartig in seiner Radikalität und Konsequenz, mit der er sich fast ausschließlich der Farbe Schwarz gewidmet hat. Geboren 1919 wirkt sein Werk seit über sieben Jahrzehnten international. Bereits in den frühen 1940er Jahren malt und radiert Soulages gestisch abstrakt und hegt große Leidenschaft für eine fast ausschließlich auf schwarze Farben konzentrierte Palette. Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn beeindruckt ihn das Werk von Sonia Delaunay, die ihrerseits die Auseinandersetzung mit Wassily Kandinskys Theorie „Über das Geistige in der Kunst“ (1911) in Frankreich weiter fortleben lässt. Bereits in den 1940er Jahren beginnt Soulages, sich neben der Malerei auch der Druckgrafik zu widmen. Schon hier probiert er verschiedene Säuren und andere Materialien aus, um kleinste Nuancen in Schwarz oder Brauntönen zu erzielen. Sein unvergleichliches, zu einer eigenen Essenz gewordenes Schwarz verwendet er fortan zum sensiblen Austarieren von Licht und steigert dieses zur kraftvollen Geste. Im Gegensatz zu anderen Radierern seiner Generation vollzieht Soulages bereits in den 1950er Jahren weitere radikale Schritte. Vergleichbar mit seinen Gemälden entwickelt er in der Radierung ein Spannungsgefüge, dass neben der Form freie weiße Fläche belässt, die nur dazu genutzt wird, die Leuchtkraft der Farben und damit des Lichts zu steigern. Die Suche nach dem Licht begleitet ihn zeitlebens, was dazu führt, dass Soulages sich ab den späten 1970er Jahren nur noch mit der Farbe Schwarz und vielzähligen Facetten und Manipulationen beim Farbauftrag (Gummispachtel oder Roll- und Walzenbürsten) befasst.

Im Zentrum des Ausstellungsprojekts steht das Soulages-Werk, das seit Öffnung des Ludwig Museums zur Sammlung gehört. Es handelt sich hierbei um das Gemälde „Peinture“ vom 14. April 1953. Diese Arbeit zeigt das Werk Soulages‘ am Wendepunkt zur weiteren radikalen Hinwendung zum reinen Schwarz. Es wird der Frage nach den künstlerischen Beziehungen und Entwicklungen nachgegangen und diese in Relation zu Positionen aus Frankreich, Amerika, Deutschland und Asien gezeigt. Dabei soll besonderes Augenmerk der Frage nach den Inspirationsquellen gelten, dem Abstrakten Expressionismus amerikanischer Prägung sowie der asiatischen Zen-Malerei, die bereits durch erste, nach Paris kommende chinesische und japanische Malerei eine unmittelbare Auseinandersetzung ermöglichten.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Künstler sowie dem Musée Soulages in Rodez. Sie wird maßgeblich gefördert durch die Peter und Irene Ludwig Stiftung.

Zudem verdankt sich die Ausstellung zahlreichen Leihgaben von Museen, Galerien, Privatleihgebern und Institutionen:

Artothek, Köln
Centre Pompidou, Paris
Christiane Erpelding
Fondation Gandur pour l’Art, Genève
Fondation Zao Wou-Ki, Genève
FRAC Bretagne, Rennes
Galerie Boisserée, Köln
Galerie Iris Wazzau, Davos
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
Kunsthalle Mannheim, Mannheim
Françoise Marquet-Zao
Mittelrhein Museum, Koblenz
Neue Galerie, Kassel
Musée Fabre, Montpellier
Musée National d’Histoire et d’Art, Luxemburg
Musée Soulages, Rodez
Museum Folkwang, Essen
Prof. Karin Götz, Wolfenacker
Reinhard W. Ernst, Reinhard & Sonja Ernst Stiftung, Wiesbaden


Galerie

 

 

 

 

 

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