Künstlerische Intervention

Vorschau

 

 
Cyril Schäublin, Le visage tue tu mérites, Kurzfilm, 2018, 4 Min © Cyril Schäublin/Le Manoir Art

Face it! Wer willst du sein?, 5. April - 9. Juni 2019

Vernissage am 5. April 2019, 17 Uhr

Wie leben wir unser Leben, und wie zeichnet das Leben unsere Gesichter? Im Aufzug einer großen Metrostation ist ein Spiegel angebracht. Passagiere wechseln zwischen den verschiedenen Plattformen. Für einen flüchtigen Moment sind sie mit sich und ihrem Spiegelbild alleingestellt...

„Die Natur gibt Ihnen das Gesicht, das Sie mit zwanzig haben. Das Leben formt das Gesicht, das Sie mit dreißig haben. Aber mit fünfzig hast Du das Gesicht, das Du verdienst.“ Dieser viel zitierte Aphorismus von Coco Chanel inspirierte den international erfolgreichen Filmemacher Cyril Schäublin (*1984 in Zürich) zu seinem aktuellen Kurzfilm Le visage que tu mérites/ Das Gesicht, das Du verdienst (2018), dessen Realisierung von der Institution Le Manoir Art gefördert wurde und vom 5. April bis 9. Juni 2019 im Rahmen einer künstlerischen Intervention in der Sammlung des Ludwig Museum Koblenz zu sehen ist. Das Projekt trägt den Titel Face it! Wer willst Du sein?. Unter den gezeigten Werken finden sich unter anderem Klassiker von Pablo Picasso, Andy Warhol, Jean Dubuffet bis hin zu Robert Combas.

Der Film Le visage que tu mérites/ Das Gesicht, das Du verdienst, der den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet, dreht sich thematisch um das menschliche Gesicht. Wie ein Spiegel reflektiert es die eigenen Lebensweisen oder dient als Maske für gesellschaftliche Konventionen und Symbol für die Eigenverantwortlichkeit, die jeder Mensch für sich und das eigene Leben trägt. In seinem unverkennbaren Stil, der sich durch eine ,unnahbare Unmittelbarkeit’ und präzise Kameraeinstellungen auszeichnet, erzeugt Cyril Schäublin innerhalb der vierminütigen Dauer der filmischen Arbeit vielschichtige Aspekte, die in Werken der Sammlung ihre Entsprechungen finden.

In seinem zweiten Film My brother the raven/ Mein Bruder der Rabe (2007) widmet Schäublin sich dem gesellschaftlich sozialisierten Menschen, der durch Konventionen Eitelkeiten entwickelt und sich eine Art gesellschaftliche Maske auferlegt. Ebenfalls zu sehen ist die interaktive holographische Videoskulptur von Ilya Pusenkoff, Soul in the Hole (2018), in der verschiedene Personen, zusammengefügt wie Puzzleteile, ihre privaten und persönlichen Geheimnisse preisgeben.

Cyril Schäublin studierte Film in Peking, Paris und Berlin. Sein aktueller Film Dene wos guet geit/ Denen, denen es gut geht (2017) wurde bereits auf zahlreichen internationalen Filmfestivals ausgezeichnet; 2018 war er für den Europäischen Filmpreis nominiert und wurde in Kunstzentren sowie Museen präsentiert, unter anderem im Museum of Modern Art (MoMA), New York.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Le Manoir Art, einer Institution zur Realisierung von Kunst- und Kulturprojekten mit Schwerpunkt auf künstlerische Filmproduktion, und wird kuratiert von der Kunsthistorikerin Katharina Arimont.

 

 
 
 
 
Ilya Pusenkoff, Soul in the Hole, 2018, interaktive Videoskulptur © Ilya Pusenkoff

 


  

Rückblick

Unsere Interventionen thematisieren gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche und materielle Aspekte des Veränderten. Flüchtig wie Zeit, Licht, Klang und Bewegung – hier für Sie dokumentiert.

 

© Matthias Zimmermann, Neun Energiezentren in Wechselwirkung zueinander, 2011, 170 x 140 cm, Acryl auf Leinwand

Matthias Zimmermann. Vom Video-Game zur Apokalypse, März - April 2016

Im Jahr 2015 sind mehrere Werke des Schweizer Maler und Medienkünstlers Matthias Zimmermann in den Bestand des Ludwig Museums übergegangen, die im Rahmen dieser Intervention präsentiert wurden. Die Gemälde schlagen thematisch wie stilistisch die Brücke vom Video-Game zur Apokalypse. Thematisiert wird die Anbindung an verschiedene Positionen mit christlichem Inhalt, wie sie in der Sammlung des Ludwig Museums gezeigt werden. Dazu gehören z. B. Gilbert & George, Patrick Raynaud, Christian Boltanski u.a.
 
Die Werke der Serie Mechanisches Flächenland erinnern schon mit ihrem breiten Format an die Schweizerische Tradition der Panoramen. Allerdings kennzeichnet Matthias Zimmermann mit Hilfe der Game-Ästhetik die Landschaften von vornherein als virtuell und mit einem „Geometrischen Baukasten“ konstruiert.

 


 

© Josep Vallribera

Josep Vallribera, November - Dezember 2013

Seine künstlerische Ausbildung begann der katalanische Künstler Josep Vallribera als Fotograf, und so wundert es kaum, dass fotografische Medien oder Stilmittel in zahlreichen seiner Werke vertreten sind. Die reine Fotografie wird zumeist durch Übermalungen, zeichnerische Spuren oder Sprache überblendet. Die Eingriffe können verhalten, fast poetisch sein oder aber, wie in den Werkmappen Sterben die Schönheit umarmend und Beobachtungen, direkt und narrativ. Sein Werk nährt sich aus unterschiedlichen Gegenständen und Elementen, welche symbolisch-ikonografisch aufgefasst werden: Das Herz, die Pistole, der Mond, die Natur. Vallribera versteht sie, nach eigener Aussage, als Allegorien und konzentrierte Zusammenfassungen jener existenziellen Themen, die den Künstler zeitlebens beschäftigt haben.

 

 

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