Künstlerische Intervention

Vorschau

 

 
Filmstills, Cyril Schäublin, Le visage tue tu mérites, Kurzfilm, 2018, 4 Min © Cyril Schäublin/Le Manoir Art

FACE IT!, 7. April - 9. Juni 2019

Wie leben wir unser Leben, und wie zeichnet das Leben unsere Gesichter? Im Aufzug einer großen Metrostation ist ein Spiegel angebracht. Passagiere wechseln zwischen den verschiedenen Plattformen. Für einen flüchtigen Moment sind sie mit sich und ihrem Spiegelbild alleingestellt...
 
Dies ist die Synopsis von Le visage que tu mérites, ein von Le Manoir Art geförderter Kurzfilm von Cyril Schäublin, der im Rahmen einer künstlerischen Intervention im Ludwig Museum Koblenz ausgestellt wird.
 
Der Stil des gebürtigen Schweizer Regisseurs lässt sich als 'unnahbare Unmittelbarkeit' beschreiben. Cyril Schäublin (geb. 1984 in Zürich) erzeugt innerhalb vier Minuten eine Vielschichtigkeit, die charakteristisch für sein Filmschaffen ist. Er studierte Film in Beijing, Paris und Berlin. Seine Kurzfilme wurden auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt und ausgezeichnet sowie in Kunstzentren und Museen präsentiert, unter anderem im Palais de Tokyo in Paris, dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York oder im Kunsthaus Graz. Sein erster Langfilm Dene wos guet geit hatte 2017 Premiere in Locarno, wurde u.a. in Sao Paolo und Rotterdam gezeigt und ist für den Europäischen Filmpreis nominiert.
 
Als Ausgangspunkt der Intervention wird Le visage que tu mérites Werken aus der Sammlung Ludwig Koblenz sowie Dauerleihgaben der Peter und Irene Ludwig Stiftung in Aachen gegenübergestellt, unter anderem Werken von Lisa Rudigier, Eva Äppli, Robert Combat, Denis Lager, Hervé di Rosa, Pipa Hristova, Pablo Picasso, Martial Rasse, Andy Warhol, Alain Jacquet, Karel Appel, Jean Dubuffet, und Francois Boisrond.
Ergänzt wird die künstlerische Intervention von Le visage que tu mérites durch einen weiteren Film von Schäublin, My Brother the Raven (2007), Fotos/Zeichnungen des Künstlers und dem neuesten Werk des Videokünstlers Ilya Pusenkoff. Unter dem Titel Face it! thematisiert sie unterschiedliche Aspekte von Individualität sowie die Eigenverantwortlichkeit eines Jeden für sich selbst und ihre Konsequenzen.
 
Kuratiert von Katharina Arimont (Le Manoir Art) in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Museum Koblenz.
 
 
 
Ilya Pusenkoff, Soul in the Hole, 2018, interaktive Videoskulptur © Ilya Pusenkoff

 


  

Rückblick

Unsere Interventionen thematisieren gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche und materielle Aspekte des Veränderten. Flüchtig wie Zeit, Licht, Klang und Bewegung – hier für Sie dokumentiert.

 

© Matthias Zimmermann, Neun Energiezentren in Wechselwirkung zueinander, 2011, 170 x 140 cm, Acryl auf Leinwand

Matthias Zimmermann. Vom Video-Game zur Apokalypse, März - April 2016

Im Jahr 2015 sind mehrere Werke des Schweizer Maler und Medienkünstlers Matthias Zimmermann in den Bestand des Ludwig Museums übergegangen, die im Rahmen dieser Intervention präsentiert wurden. Die Gemälde schlagen thematisch wie stilistisch die Brücke vom Video-Game zur Apokalypse. Thematisiert wird die Anbindung an verschiedene Positionen mit christlichem Inhalt, wie sie in der Sammlung des Ludwig Museums gezeigt werden. Dazu gehören z. B. Gilbert & George, Patrick Raynaud, Christian Boltanski u.a.
 
Die Werke der Serie Mechanisches Flächenland erinnern schon mit ihrem breiten Format an die Schweizerische Tradition der Panoramen. Allerdings kennzeichnet Matthias Zimmermann mit Hilfe der Game-Ästhetik die Landschaften von vornherein als virtuell und mit einem „Geometrischen Baukasten“ konstruiert.

 


 

© Josep Vallribera

Josep Vallribera, November - Dezember 2013

Seine künstlerische Ausbildung begann der katalanische Künstler Josep Vallribera als Fotograf, und so wundert es kaum, dass fotografische Medien oder Stilmittel in zahlreichen seiner Werke vertreten sind. Die reine Fotografie wird zumeist durch Übermalungen, zeichnerische Spuren oder Sprache überblendet. Die Eingriffe können verhalten, fast poetisch sein oder aber, wie in den Werkmappen Sterben die Schönheit umarmend und Beobachtungen, direkt und narrativ. Sein Werk nährt sich aus unterschiedlichen Gegenständen und Elementen, welche symbolisch-ikonografisch aufgefasst werden: Das Herz, die Pistole, der Mond, die Natur. Vallribera versteht sie, nach eigener Aussage, als Allegorien und konzentrierte Zusammenfassungen jener existenziellen Themen, die den Künstler zeitlebens beschäftigt haben.

 

 

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