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Muse Mozart - Illustrationen und Bühnenkonzepte
Chagall, Slevogt, Grochowiak, Hrdlicka
5.11.2006 bis 21.1.2007

 

Verglichen mit dem 19. Jh. spielt die Musik Mozarts für die Künstler des 20. Jhs. nur vereinzelt eine exponierte Rolle. Dennoch haben herausragende Künstler sich intensiv mit Mozarts Musik beschäftigt und ihre Einflüsse in die malerische, zeichnerische und druckgrafische Produktion einfließen lassen. Für das Ausstellungsprojekt „Muse Mozart“ im Ludwig Museum werden vier wichtige Positionen in den Fokus genommen, die ganz auf das Medium Zeichnung, Aquarell, Gouache und Druckgrafik setzen.

 
 
 

Max Slevogt
Die Zauberflöte - Randzeichnungen zu Mozarts Handschrift, „Und rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden“, 1920

   

Max Slevogt (1868-1932), der bedeutende deutsche Impressionist, der mit Max Liebermann und Lovis Corinth die Trias des deutschen Impressionismus anführte, war ein ausgewiesener Kenner der Musik Mozarts und hat sie sicherlich am eindeutigsten in sein gesamtes Lebenskonzept einbezogen. Davon zeugt nicht nur sein Wohnhaus in der Pfalz, der berühmte Slevogthof, sondern auch sei-ne reichen Illustrationszyklen zu Mozarts „Zauberflöte“ und zum „Don Giovanni“. Sie gelten zu Recht als wahre Meisterwerke, zeigen sie doch unmissverständlich Slevogts sicheren zeichnerischen Zugriff in der Skizze, in der kürzelhaften Sprache der Linien, der Umrisse und der Binnenstrukturen. Gezeigt werden die Mappenwerke „die Zauberflöte“ und „Don Giovanni“.

Auch Marc Chagall (1887-1985) war ein großer Liebhaber der Mozartschen Kompositionen, die ihn beim Malen immer wieder inspirierten. Man wird die Malerei und überhaupt das künstlerische Denken und Handeln von Chagall nur dann voll erfassen können, wenn man den musikalischen Kosmos vollkommen mit einbezieht. Beispiele geben u. a. das Deckenplafont der Pariser Oper (1963) sowie die beiden großen Fenster des Metropolitan Opera House in New York, das 1966 eröffnet wurde und in denen er die Musik Mozarts mit der von Offenbachs Orpheus in eine metaphysische Denk- und Empfindungsebene setzt: Überirdisch schön. Bereits im amerikanischen Exil (1941-1945) hatte Chagall einige Ballettaufführungen mit Bühnenbildern und Kostümentwürfen bereichert. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich wurde die „Zauberflöte“, die er 1966/67 für die Metropolitan Opera in New York mit Bühnenbildern und Ballettkostümen entwickelte und zur Aufführung brachte, für ihn und die „Met“ ein unver-gesslicher Triumph.

 
 
 
Hrdlicka, Komptur reicht Don Giovanni die Hand I, 2005 Aquarell auf Bütten
   

Alfred Hrdlicka (geb. 1928 in Wien) sucht ebenfalls die zeichnerisch-illustrative Umsetzung des Dauerbrenners Mozart. Aber ganz gemäß seines kritischen Auges und immer auf der Suche nach psychischen Valeurs, wendet Hrdlicka sich den Untiefen der Seele und deren Trieben zu. Es ist hier nun ein ganz anderer Mozart: Aus-schließlich die dramatischen Untiefen, die Verzweiflung und das Scheitern sind bei ihm ausgedrückt. Vieles wird angedeutet und in der losen Skizze zugleich durch die Farbe gleichermaßen gezügelt wie auch expressiv gesteigert. Hrdlicka beteiligte sich mehrere Male an den Salzburger Festspielen und entwarf unzählige Skizzen und Entwürfe zu Mozarts Opern. Eine Auswahl ganz aktueller Arbeiten wird in der Ausstellung zu sehen sein. Mit fließender Farbe und wenigen zeichnerischen Akzenten werden die neuen Arbeiten immer mehr zu abstrakten Psychogrammen. Neben den bekannten Opern und Kon-zerten von Mozart ist vor allem auch das „Requiem“ von 1791 hervorzuheben, das Mozart kurz vor seinem Tode begon-nen und unvollendet hinterlassen hat. Die heutige Version ist jene, die im Geiste Mozarts ergänzt und damit spielbar ge-macht wurde.

   

Thomas Grochowiak, „Ein Bildzyklus nach Wolfgang Amadeus Mozart, Requiem d-moll (KV 626), 1991-2000

 

 

Mit seinen abstrakten farbintensiven Kompositionen hat Thomas Grochowiak (geb. 1914) eine ganz andere Klangwelt in den Werken Mozarts gefunden. Er lässt Farbe in leuchtenden Akkorden glühen, mal lodern sie auf in Rot-Orange, mal klingen sie ab in Blau-Grün-Schwarz. Grochowiak arbeitet mit fließenden Farben, bleibt in der Farbgebung dennoch sehr konzentriert, präzise, aber in jeder Hinsicht wuchtig, selbstbewusst und doch ganz an der Musik Mozarts orientiert. Sie zeigen deutlich den sich vollziehen-den Wechsel der Rezeption vom Bühnenbild, von der Illustration zum modernen Klangbild, das die Aktualität der Mozartschen Musik vollkommen gerecht wird.

Die Ausstellung wird sich im Wesentlichen auf diese vier Künstler konzentrieren und dabei sehr unterschiedliche Aspekte der Musik Mozarts in den Vordergrund rücken: die Bühnenbild-Entwürfe (Chagall), die Illustrationen (Slevogt/Hrdlicka) und die freie „Übersetzung“ in eine gänzlich abstrakte Komposition (Grochowiak). Sie zeigen deutlich den sich vollziehenden Wechsel der Rezeption vom Bühnenbild, von der Illustration zum modernen Klangbild, das die Aktualität der Mozartschen Musik vollkommen gerecht wird.

 
   

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Thomas Grochowiak, „Ein Bildzyklus nach Wolfgang Amadeus Mozart, Requiem d-moll (KV 626), 1991-2000