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DENA und Farah Ossuli – Aktuelle Malerei aus dem Iran
26. November bis 20. Januar 2006

 
   
Farah Ossouli
   

Farah Ossouli

 

   

Im heutigen Iran, dem großen Kulturland Persien, spielt die Kunst, typisch für unfreie Gesellschaften, eine besondere Rolle. Diese kann man in den Theaterhäusern, Kinos und Konzertsälen tagtäglich beobachten. Die zahlreichen Besucher der Kunstveranstaltungen spiegeln nicht nur den Bedarf nach Kunst wider, sondern auch den Respekt der Menschen gegenüber den Künstlerinnen und Künstlern.

Die politischen und religiösen Maximen überwiegen jedoch zu sehr und lassen das Land nicht mehr zur Ruhe kommen. Im Zuge der in den letzten zwei Dekaden stattgefundenen, zum Teil zerstörerischen Umwälzungen der iranischen Gesellschaft, nahmen die Frauen unter den äußerst schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen die Initiative in die Hand und zeigten ihre Präsenz in diversen Bereichen der iranischen Gesellschaft.

Maryam Shirinlou
   

 

Maryam Shirinlou

   

Nur wenige Künstler und Künstlerinnen haben es geschafft, trotz der politischen wie gesellschaftlichen Situation weiter zu arbeiten und über die eigenen Landesgrenzen hinaus sich international Geltung zu verschaffen. Für Frauen ist die Situation ungleich schwieriger, da sie im wesentlichen auf die Rolle der Ehefrau und Mutter reduziert werden. Ein Heraustreten aus dieser Rolle, und sei es allein schon durch Kleidung oder Verhalten außerhalb der Konventionen, ist nahezu unmöglich. Insofern sind die wenigen charismatischen Frauengestalten, die auch international Bedeutung erlangt haben, bislang nur folgende:

Fotokünstlerin Shirin Neshat, New York,
Theaterregisseurin Yasmina Reza, Paris und New York,
Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, Iran,
Filmregisseurin und Preisträgerin von Sherion de Nur und Ebne Sina, Pari Seberi, Iran,
Schauspielerin und Preisträgerin von Canne, Samira Makhmalbaf, Iran,
Filmregisseurin und Preisträgerin von Lucarno Rakhshan Bani Etemad, Iran und die Gewinnerin des Goldenen Löwen von Venedig Avish Khabarzadeh, Italien.

   
Farah Ossouli
   

Farah Ossouli (Ausschnitt)

 

   

Es gibt also auch künstlerische Bestrebungen von Frauen, die im Lande geblieben sind, deren Stärke wohl gerade darin begründet liegt, dass sie die tägliche Auseinandersetzung mit dem Lebensalltag suchen. Mit der Künstlervereinigung "DENA", die von Farah Ossouli und Gizella Varga Sinai gegründet wurde, fanden zwölf Frauen zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, deren einziger äußerer Zusammenhalt jedoch diese gemeinsame Arbeit sowie die immerwährende Reflektion der Kunst und künstlerischen Produktion in ihrem Lande ist. "Dena" ist das Signum einer sanften künstlerischen Revolution, denn schon der Titel ist weniger künstlerisches Manifest als vielmehr der Hinweis auf den Namen eines Berggipfels nördlich von Shiraz, wie er auch gleichermaßen ein Frauenname in Persien ist. Das Weibliche soll betont sein und die Zugehörigkeit zur Natur, zur Mutter aller Kreatürlichkeit und Vielfalt. Dennoch ist "Dena" kein Gelegenheitsclub von Frauen, von Hobbyistinnen. Vor allem durch Farah Ossouli, die selbst als Künstlerin wie auch als Kuratorin und Organisatorin der letzten Biennale in Teheran (2003/2004) von sich Reden machte, fand die Gruppe sehr rasch zu einem internationalen Forum, das sich gänzlich ohne politische Subvention und Einflussnahme selbst verwaltet. Sehr erfolgreich konnten sie in mehr als 25 Ländern ausstellen und damit einen Teil ihres persischen Selbstverständnisses durch ihre Kunst zum Ausdruck bringen. Ihre Kunst will nicht die Revolution, sie ist weder politisch noch sucht sie das Ausreizen des künstlerisch Möglichen, sie bewegt sich vielmehr zwischen der Tradition (vor allem der Überlieferung aus der persischen Miniatur, mit ihren makellosen poetischen Erzählungen und der absoluten Perfektion der Technik) und der Abstraktion, die als Überwindung des Gegenständlichen begriffen wird, das seinerseits einen viel höheren Rang behauptet als noch in der westlichen Kunsttradition.

Die Gruppe, die zu Ausstellungen außerhalb des Iran gerne auch eine Gastkünstlerin einlädt, besteht aus folgenden Malerinnen:

Aria Shokuhi Eghbal, Raana Farnoud, Mitra Kavian, Farideh Lashai, Farah Ossouli, Shahrzad Ossouli, Maryam Shirinlou, Gizella Varga Sinai und Massoumeh Mozaffari.

Anlässlich der Ausstellung im Ludwig Museum erscheint ein Katalog in englischer Sprache. Die Ausstellung konnte nur Dank des Engagements und der Unterstützung des Teheran Museum of Contemporary Art, Iran, realisiert werden.

 
 

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Xenia Hausner

 

 
Maryam Shirinlou
Untitled, 100 X 70 cm,
Mixed media collage, 2001 cm