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22. Juni – 17. August 2003

 

Bernd Finkeldei bricht mit den Konventionen, indem er gegenständliche und informelle Malerei, konkrete Dinge und abstrakte Zwischenformen, Nähe und Ferne gleichermaßen präzise in einem Bild verwirklicht und so Einheitlichkeit und damit Eindeutigkeit nicht zulässt. Vielleicht kann die tradierte Kunstform Malerei aus ihrer Distanz zum Alltagsleben heraus gegenwärtig nachhaltiger als die in dieser Hinsicht integrierten „neuen Medien" deutlich machen, dass es keine Allgemeingültigkeit und nichts Endgültiges gibt, auch nicht in der Kunst – alles fließt und alles ist relativ. Der Künstler ist nicht der Schöpfer des Absoluten – im Gegenteil, immer wieder muss er sich hinab in den Strom der Zeit begeben, um dort Ideen zu fangen, die das an sich formlose Leben zu einem momentan geformten Phänomen, zu Malerei werden lassen. Die hohe Qualität der Malerei von Bernd Finkeldei besteht darin, dass sie um das Unvermögen der absoluten Form weiß und zugleich den Reichtum der Idee und ihrer möglichen Bilder präsent werden lässt.
Zitat: H.-G. Golinsky in „Zeitfänge", 2002

Der Metapher des Zeitstromes kann man im Schaffen von Bernd Finkeldei eine besondere Bedeutung beimessen. Er verwendet dieses Sprachbild verschiedentlich, so 1990 in einem Text zu der Bilderfolge panoramique: „Dieser Zuyklus ist wie eine Bilder-Uhr, jedes Bild ein Zeit-Schlag … Dem Zeitstrom Bilder entreißen. Dem Strom des Verschwindens und Vergessens Dinge, Erlebnisse und Gefühle entreißen, mich erinnern – denn nur in dieser Erinnerung bin ich ja als ich – das ist der Antrieb meiner Malerei … Mit den Feinheiten und Erfahrungen der nichtklassischen Malerei will ich gegenständliche Bilder malen."

Zwar ist Bernd Finkeldeis Kunst- und Bildverständnis vom Rationalismus geprägt, dennoch scheint es von Interesse, seine Vorstellung von der Zeit als Fluss vor dem Hintergrund lebensphilosophischer Weltbilder zu bedenken und seine Malerei einmal aus diesem Blickwinkel zu betrachten.

 
 

Als Unikate werden sechs aquarellierte Lithographien zum Kauf angeboten zum Preis von 600 € (über „Freunde des Mittelrhein-Museums und des Ludwig Museums", Koblenz).

 
 

Die Ausstellung Finkeldei steht im Kontext der Doppelpräsentation „Monory/Finkeldei" – Die Zeit ist kein langer Fluss", in der ein Dialog zwei unterschiedlich arbeitender Künstler zum Thema Zeit vorgestellt wird.

 
 

Katalog: Bernd Finkeldei, „Zeitfänge“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum Bochum 2002 und ist im Wienand-Verlag, Köln erschienen; Preis 38 EUR, inkl. MwSt. (bei Versand zzgl. Versandkosten).

 

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