home   Ausstellungen
  home   Vorschau  
 
Museum
Sammlung
Ausstellung
Ausstellungen - Aktuell
Ausstellungen - Vorschau
Ausstellungen - Rückschau
Programm
Pädagogik
Shop
Kontakt
sitemap
 
 

Materiales Denken
24. Juni bis 12. August 2012


Ein Ausstellungsprojekt zum 25-jährigen Jubiläum des Instituts für Künstlerische Keramik und Glas der Fachhochschule Koblenz

Ausstellungseröffnung am 24.06.2012, 11:00 Uhr!




Petroula Koutousi

In der Kunst des 21. Jahrhunderts erfahren die Werkstoffe Keramik und Glas eine neue Bedeutung und finden in ungewöhnlichen Kombinationen Eingang in die ansonsten eher klassisch separierten Bereiche der Kunst. Die zeitgenössische Kunst wendet sich wieder den Materialien zu und definiert den Kontext dieser Werkstoffe vollkommen neu. Die wiedergewonnene Lust am Material und dessen inhaltliche Aufladung schafft eine Neubestimmung materialen Denkens, dass sich in dieser Ausstellung spürbar spiegelt.

In diesem Sinne versteht sich die Auswahl der gezeigten Arbeiten als ein aktueller Beitrag und bietet zugleich eine exemplarische Sicht auf 25 Jahre Wirken und Lehren am Institut für Künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen.

Einmalig in der Bundesrepublik Deutschland werden am Institut für Künstlerische Keramik und Glas die Werkstoffe Keramik und Heißglas als künstlerische Ausdrucksmittel und aktuelle Positionen in der zeitgenössischen Kunst gelehrt. Aufbauend auf eine 500-jährige Tradition und eine rund hundertjährige Geschichte der Glasveredelung, im engen Verbund mit neuen wissenschaftlichen Entwicklungen, werden Glas und Keramik als zeitgemäße Werkstoffe für die moderne Skulptur erforscht und praktisch gelehrt.

Seit den Anfängen unserer Kultur wurden Plastiken aus Keramik und seit der Römischen Antike auch aus Glas hergestellt. Vor ihrem jeweiligen kulturellen Hintergrund und aus technischen Gründen bevorzugten die Künstler andere, oft edlere Materialien. Mit dem Übergang des 19. zum 20. Jahrhundert traten Künstler dieser Haltung entschieden entgegen. Unkonventionelle und unedle Materialien bis hin zum Zivilisationsmüll wurden verwendet. Dieser provokante und spielerische Bruch mit der akademischen Bildhauerei des 19. Jahrhunderts lieferte der Kunst völlig neue Facetten des Ausdrucks. Das Material wurde nicht zur Nebensache, sondern wurde selbst Zentrum der künstlerischen Aussage.

Auffällig ist, dass Keramik und Glas zu dieser Entwicklung im 20. Jh. erstaunlich wenig beigetragen haben und bis heute, mit nur wenigen Ausnahmen, kaum dazu beitragen. Das Dilemma bestand offenkundig darin, dass Keramiker und Glasmacher fast ausschließlich für interessierte Fachkreise wirkten. Beide, künstlerische Keramik und Glas müssen sich aber als Skulptur und in ihren objekthaften Charakter an der zeitgenössischen Bildhauerei messen lassen. Künstler wie Thomas Schütte, Jaume Plensa, Tony Cragg und andere haben in den letzten Jahren deutlich ein Bekenntnis zum Werkstoff abgelegt und ihre künstlerische Abreit gerade hier besonders intensiviert und vertieft. Das lässt erkennen, das hier ein neuer Prozess künstlerischen Gestaltens in Gang gesetzt wird. Unser Projekt "Materiales Denken" geht inhaltlich genau in diese Richtung.

Das Kunstinstitut hat sich seit seiner Gründung eine international hervorragende Reputation erworben. Es kooperiert weltweit mit renommierten Partneruniversitäten, international hervorragende Künstler dozieren jährlich als Gastprofessoren am Institut. Studenten aus 10 unterschiedlichen Nationen studieren am Standort und verleihen der Hochschuleinrichtung einen Status als nicht nur überregionale, sondern auch als internationale Ausbildungsstätte. In 4 aufeinander folgenden Ausstellungen werden die Ergebnisse dieser intensiven Auseinandersetzung gezeigt:

Ludwig Museum Koblenz,
Kunststation Klensassen (Rhön),
Keramikmuseum Westerwald und
Europäische Kunstakademie Trier.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums ist ein Katalog erschienen: Hrsg. Institut für Künstlerische Keramik und Glas, Fachhochschule Koblenz, Materiales Denken, Hörhr-Grenzhausen 2012. 22 € an der Museumskasse.

Ramona Seyfarth
Alexander Walbröhl
Mitko IVanov
Wang Qi


Hinweis zu den Fotos: copyrights Baumann-Fotostudio

 
 

zurück