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Heinz Mack - Licht der ZERO-Zeit
30.08.2009 - 01. November 2009


Zur Austellung Spoerri >>

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Heinz Mack

Das Ludwig Museum zeigt in einer Doppel-Ausstellung eine Auswahl des in fünfzig Jahren - von 1959 bis 2009 - entstandenen Werks zweier international agierender Künstler: Heinz Mack und Daniel Spoerri. Beide feiern im nächsten und übernächsten Jahr ihren achtzigsten Geburtstag mit großen, retrospektiv angelegten Schauen. Zuvor präsentieren die beiden Künstler - 1930 bzw. 1931 geboren, Gründungsvater der Gruppe ZERO der eine, Gründungsmitglied der Gruppe der Nouveaux Réalistes der andere - in Koblenz Werke, die den künstlerischen Ansatz seit der Zeit der späten 50er/frühen 60er Jahre dokumentieren. Die Idee basiert unter anderem auf einer von Charles Wilp stammenden Fotografie des Jahres 1959: Sie hält ein Zusammentreffen von Mack und Spoerri mit Freunden in Antwerpen fest. Bei Bier und Zigaretten sitzen sie mit dem zweiten Gründungsmitglied der Gruppe ZERO, Otto Piene, sowie weiteren Nouveaux Réalistes, nämlich Jean Tinguely und Yves Klein, und schließlich Pol Bury, der wie Heinz Mack kinetische, motorbetriebene Skulpturen herstellte, gemeinsam am Tisch in einer Kneipe.

Von links nach rechts: Heinz Mack, Otto Piene, Jean Tinguely,
Daniel Spoerri, Pol Bury, Yves Klein, 1959 in Antwerpen.
Fotografie: Charles Wilp



Es gab einen losen Kontakt von Daniel Spoerri zu ZERO über seine Freunde Yves Klein sowie dessen Frau, der Schwester von Günther Uecker, und Jean Tinguely. So beteiligte sich Daniel Spoerri im selben Jahr auch an der von Heinz Mack und Otto Piene organisierten Ausstellung “Dynamo” in der Galerie Renate Boukes in Wiesbaden. Umgekehrt sandte Heinz Mack zu dieser Zeit nach Paris ein Multiple für die von Daniel Spoerri ins Leben gerufene Edition MAT (Multiplication d’Art Transformable), die im November und Dezember 1959 in Paris in der Galerie Edouard Loeb erstmals gezeigt wurde. Aus dieser Multiple-Serie, die auf je 100 Stück begrenzt war, besitzt das Ludwig Museum zwei Arbeiten von Daniel Spoerri.

Die beiden Ausstellungen skizzieren jede für sich die entscheidenden Impulse ihres künstlerischen Wirkens:

Für Heinz Mack war es die Erfindung von ZERO auf der Basis seiner Licht-Experimente, die sich bereits ab 1956 ihre Bahn brachen und in der ZERO-Zeit bereits ihren ersten Höhepunkt erfuhren.

Daniel Spoerri entwickelte ganz im Geiste der Nouveaux Réalistes ein neues Thema der Alltagskultur, die um das Essen, dessen Entstehen und Vergehen kreisen. Wie kein anderer verbindet er dieses mit dem Handlungsakt selbst. Bis heute steht die von ihm definierte Eat Art mit ersten Konzepten in Zusammenhang, die er bereits in einem Hotelzimmer 1959 erfunden und entwickelt hat, nämlich im Zimmer Nr. 13 im Pariser Hôtel Carcassonne.

Lamellenrelief


Seit dem Ende der 50er Jahre also nachweislich miteinander bekannt, zog es Heinz Mack nach Düsseldorf, Mönchengladbach und Ibiza, während Daniel Spoerri aus der Schweiz kommend zwar ebenso in den 60ern nach Düsseldorf ging, sich aber in Deutschland auch nach Darmstadt wandte, vor allem aber in Paris, sodann südlich von Siena in Seggiano und seit kurzem bei Wien lebt(e).

Das zentrale künstlerische Thema von Heinz Mack ist das Licht. Seine gegenstandslosen Skulpturen und Bilder sind Medien hierzu. Bereits Mitte der 1950er Jahre begann Heinz Mack mit Experimenten aus unterschiedlichen Materialien und gelangte durch Zufall zu einer Struktur, die ihm eine serielle Form wie auch die Reflexion von Licht erlaubte. In kurzer Zeit entstanden seine Lichtstelen, seine Lichtrotoren, Lichtreliefs, aber auch Experimente aus Sand und Rasterstrukturen. Heinz Mack erschuf innerhalb weniger Jahre sein künstlerisches Repertoire, das ganz und gar in der Philosophie von ZERO aufging, einer künstlerischen Bewegung, die er mit Otto Piene, später auch mit Günther Uecker begründete und die sehr bald internationalen Erfolg verzeichnen konnte.

Die im Ludwig Museum in Koblenz gezeigten Exponate stammen alle aus dem Atelier von Heinz Mack und sind zum größten Teil bislang nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Werke aus der Früh- und Hochzeit der ZERO-Jahre, die offiziell von 1957 bis 1964 dauerte. In die selbe Zeit fiel auch bereits sein kühnes, 1959 offiziell verkündetes Sahara-Projekt, eine realisierte Vision von Licht im freien, unberührten Naturraum, dessen Großartigkeit Jahre später noch einmal im Arktis-Projekt erweitert werden sollte.

Kurzbiografie Heinz Mack:
1931 im hessischen Lollar geboren, gründete Heinz Mack gemeinsam mit Otto Piene 1957 die Gruppe ZERO in Düsseldorf. 1959 nahm er an der Documenta II in Kassel teil. 1964-1966 unterhielt Mack ein Atelier in New York und nahm an der Documenta III teil. 1970 erhielt er eine Professur für einen Lehrauftrag in Osaka (Japan) und wurde ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, der er bis 1992 angehörte. Auf der XXXV. Biennale in Venedig vertrat er im gleichen Jahr die Bundesrepublik Deutschland (mit Uecker, Pfahler und Lenk). 1962-1968 und 1976 folgten größere Arbeits- und Filmexpeditionen in die Algerische Wüste und in die Arktis. 2004 wurde dem Künstler das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland als Erstauszeichnung verliehen, als Anerkennung für sein Werk und sein Wirken als Botschafter der Kulturen. 2008 gründete die Stadt Düsseldorf die ZERO-Foundation. Die Stiftung erhält die Archive und zahlreiche Werke der Künstler Mack, Piene und Uecker und widmet sich der Forschung, unterstützt und fördert Dokumentationen und Ausstellungen.

Im Fokus sind alle internationalen Künstler, die der ZERO-Idee verbunden waren.
Das Gesamtwerk von Heinz Mack ist außerordenlich vielseitig: Es gibt Skulpturen aus verschiedenen Materialien, auch monumentale Ausführungen für den Außenraum, Lichtstelen, Lichtrotoren, Lichtreliefs und Lichtkuben, Malerei, so die Dynamischen Strukturen aus der ZERO-Zeit von 1957-1966 und die zunehmend großformatige und auch starkfarbige Malerei seit 1991, die so genannten Chromatischen Konstellationen. Hinzu kommen Zeichnungen, Tuschen, Pastelle, Druckgraphik und bibliophile Werke sowie gegenstandslose Fotografie mit schwarz-weißen Handabzügen und farbiger Fotografie, hergestellt im Dia-Sec-Verfahren. Schließlich widmet sich Heinz Mack auch der Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Räumen, auch Kirchenräumen, Bühnenbildern, Mosaiken. In annähernd 300 Einzelausstellungen und vielen Ausstellungsbeteiligungen wurden bis heute seine Arbeiten gezeigt. Seine Werke sind in 136 öffentlichen Sammlungen vertreten. Zahlreiche Bücher und Kataloge, sowie zwei Filme dokumentieren sein Schaffen. Heinz Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.

Weitere Informationen sind auf seiner Homepage zu finden: www.mack-kunst.com.

Zur Ausstellung “Heinz Mack - Licht der ZERO-Zeit” erscheint ein Katalog im Kerber Verlag (deutsch/englisch), Bielefeld, mit Beiträgen von Dieter Honisch und Beate Reifenscheid sowie einem Text von Heinz Mack. 144 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen. Der Preis an der Museumskasse liegt bei ca. 25 Euro.

Heinz Mack in der Wüste, 1968
Licht-Lamellen in der Wüste, 1968
o. T., 1959, 120 x 75 cm
o. T., 1961, 131 x 111 cm
Sandrelief in der Wüste, 1968
The language of Silverlight, 1965, 200 x 100 x 6 cm

Begleitprogramm zu den beiden Ausstellungen:


Ein exklusives Diner mit Tafelmusik, ein Vortrag zur Gastrosophie von Professor Dr. Harald Lemke, eine Diskussion mit Linde Rohr-Bongard, Manager Magazin, und Special-Guests, wie Vertreter der ZERO-Foundation und die engsten Mitarbeiter von Daniel Spoerri bei “Jump in Art! - Raus aus dem Büro, rein ins Kunstvergnügen!” sind u.a. Veranstaltungs-Highlights.

Exklusiv bietet das Ludwig Museum für die Mitglieder der Freunde des Ludwig Museums und des Mittelrhein-Museums eine Fahrt in das Atelier von Heinz Mack nach Mönchengladbach an. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen beschränkt. Anmeldung mit Vorkasse bei Elisabeth Sauer-Kirchlinne, Vorsitzende des Vereins, unter 0261 66066.

Museumpädaogisch speziell auf die beiden Ausstellungen zugeschnittene Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche bilden außerdem ein umfangreiches Begleitprogramm, das unter der Leitung von Ute Hofmann-Gill steht.

FÜR LEHRER
Es besteht das Angebot zu einer vom ILF als Fortbildung anerkannten exklusiven Führung für Kindergärtner/innen und Lehrer/innen gleich am ersten Tag der Laufzeit der Ausstellungen: Montag, 31.08.09, 12.00 und 16.00 Uhr. Hier werden die Besonderheiten und das Programm für Kinder und Jugendliche vorgestellt. Anmeldung: 0261-30 40 416 oder info@ludwigmuseum.org. Die Nummern werden noch angegeben.

LANGE NACH DER MUSEEN
Einen der Höhepunkte bildet dabei das Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Langen Nacht der Museen am 5. September 2009, 19.00 bis 01.00 Uhr, u.a. mit: Saxophon-Walk-Act, Eat-Art-Happening, Klang-Performance, Lesung aus Daniel Spoerri’s Gastronomischem Tagebuch, Malfallen-Angebot der Jugendkunstwerkstatt, Koblenz ...:

 
 

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