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EVGENI DYBSKY - GIOTTO PROJEKT
29. März bis 3. Mai 2009

 
 

Eröffnung

Sonntag, 29. März, 11 Uhr

Begrüßung

Detlef Knopp
Kulturdezernent der Stadt Koblenz

Einführung

Dr. Beate Reifenscheid
Direktorin Ludwig Museum

Musik

Zacharias und Andreas Zschenderlein, Koblenz/Mannheim

 

Aktueller Flyer zum Download >>

 
EVGENI DYBSKY
GIOTTO PROJEKT

Evgeni Dybsky ist Maler. Geboren 1955 als Sohn einer russisch-jüdischen Familie in Rumänien wuchs er in Moskau auf, wo er auch an der Kunstschule und dem Surikow-Kunstinstitut studierte. Seine erste Reise nach Italien im Jahr 1988 führte ihn nach Padua zu den Fresken der Cappella degli Scrovegni all’ Arena in Padua, allgemein auch Arena-Kapelle oder Scrovegni-Kapelle genannt, die Giotto di Bondone um zu Beginn des 14. Jahrhunderts ausgeführt hat. Seit 1990 lebt Evgeni Dybsky in Deutschland und Italien. Seit 1996 arbeitet er nicht nur in Köln und Mailand, sondern auch wieder in Moskau. Gerade hat er seinen Standort in Deutschland von Köln nach Berlin verlegt.

Dybsky zählte in den 80er Jahren in Moskau zu den wichtigsten Malern – in einer Zeit, in der sich die inoffizielle Kunst von der offiziellen der Traditionalisten und sozialistischen Realisten abgrenzte: Er beschäftigte sich in einem Emanzipierungsprozeß mit der Landschaftsmalerei, wobei er den Topos Landschaft sowohl in einem direkten als auch metaphorischen Sinn begriff: Die Aufteilung seiner Kompositionen in große Farbflächen führte zu einer Vereinfachung des jeweiligen Motivs bzw. Bildanlasses auf die Grundelemente und damit zur Abstraktion.

Dabei verwendete er als Materialien schon seit dieser Zeit nicht nur einfach die Ölfarbe auf Leinwand oder Hartfaserplatte, sondern auch Acryl, Tempera, Modellierpaste, Emulsion, bis hin zu Gips, synthetischen Fasern und Haaren.

Seit 1992 fasst Dybsky seine Bilder zu einer bis heute fortlaufenden Werkreihe zusammen, die er Translation of Time betitelt und konsequent mit römischen Zahlen durchnummeriert. Übersetzung von Zeit, so lautet der Oberbegriff für seine Werkserien im Deutschen, phonetisch und syntaktisch stockend. Im wörtlichen Sinn ist die Kunst Dybskys aber eben nicht als eine Übersetzung von Zeit als vierte Dimension - nach dem Raum als dritte Dimension - zu verstehen. Sondern es war für Dybsky eine ursprünglich intuitiv von ihm gefundene Metapher, die auf einmal Realität wurde. Genauso, wie zuvor schon die collageartig versetzten Materialien über die Bildränder hinauswuchsen und plötzlich den Raum mit einbanden, kam nun ein weiterer Aspekt in seiner Malerei hinzu:

Auch die in Auseinandersetzung mit den Fresken von Giotto di Bondone in der Scrovegni-Kapelle in Padua entstandenen Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle gehören dieser Werkreihe Translation of Time an. Erstmals präsentiert das Ludwig Museum diese neue Reihe, die nun in der Zwischenzeit bei der Zahl XVI angelangt, wobei die Gemälde dabei wiederum mit arabischen Zahlen eine strenge Unternummerierung erhalten.

Translation of Time XVI, Giotto Projekt.

Was gab den Anlaß für Dybsky, sich an die Auseinandersetzung mit den Fresken Giottos in Padua zu wagen? Schon als Student liebte Dybsky Giotto und er besaß mit dem ungarischen Nachdruck der italienisch-sprachigen Original-Ausgabe aus dem Verlag Rizzoli einen qualitätvollen Bildband über die Fresken. Das erste Mal sah er 1988 die Originale und seit dieser Zeit reiste er regelmäßig – meist auf dem Weg nach Venedig – in die Stadt, zerrte oftmals seine Freunde aus dem Zug, weil er unbedingt die Kapelle aufsuchen mußte. Zuletzt kam er im Jahr 2005 nach Padua, um das Ergebnis der gerade abgeschlossenen Restaurierung zu studieren – und war maßlos enttäuscht:

„Das Wort „Originale“ darf man wirklich nicht [mehr, Anm. d. Verf.] benutzen, für das, was ich gesehen habe: Die Restauratoren verunstalteten die einmal atmende Zeit und die Magie der Fresken ... Ich fühlte mich an ein russisches Sprichwort erinnert: „Von der Liebe bis zum Hass ist es nur ein Schritt .“ Es reichte nicht, dass die Kapelle zu einer Touristenattraktion geworden ist, bei der man in einer Warteschlange ein Bildungsfilmchen vor der Besichtigung „über sich ergehen lassen muß“, nein, die „Originale“ durfte man jetzt auch nur 30 Minuten betrachten.“

Dieses Erlebnis war der Anlaß, die Fresken in seiner Weise „neu“ zu malen und er begann, in einem Rückgriff natürlich auch auf die vielen in Italien verbrachten Jahre und die zahlreichen Besuche der Kapelle seit 20 Jahren, „den direkten Dialog mit Giotto - il mio Maestro preferito.“

„Ich begann, meine Strukturen der Malerei mit den Freskenfragmenten zusammen zu führen. Die Monographie über Giotto besitze ich immer noch. So entstand die kleine Serie von Studien nach Giottos Fragmenten. Seit kurzem habe ich die Idee, die Arbeiten aus der Kapelle sozusagen wiederherzustellen. Eben das Wiederherzustellen, was ich an diesen Fresken so liebte. Ich begann, auf den in Originalgröße zugeschnittenen Leinwänden „meinen Giotto aus Padua“ zu sublimieren. … Ich weiß nicht, ob ich alle Fresken aus der Kapelle „wiederherstellen“ kann oder will: Das hängt von der Möglichkeit ab, etwas Neues in dieser „Wiederherstellung der Liebe“ für mich selbst zu entdecken …”


Translation of Time XVI, Giotto Projekt.
Translation of Time XVI, Giotto Projekt.
Translation of Time XVI, Giotto Projekt.
Translation of Time XVI, Giotto Projekt.

 
 

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