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Aktuelle Szene Bulgarien
6. September bis 2. November 2008

 
 
Elena Panayotona

Kurzinfo zur Ausstellung

Bereits in den frühen 1980er Jahren sammelte das Ehepaar Peter und Irene Ludwig intensiv bulgarische Kunst, nicht ohne Bemühungen, in Sofia ein Museum für aktuelle Kunst zu eröffnen. Dieser Plan zerschlug sich jedoch Mitte der 1980er Jahre.

Nach mehr als zwanzig Jahren und einer langen Phase des Abgeschottetseins vom übrigen Europa erscheint es jetzt umso spannender, die Kunstszene in Bulgarien wieder neu zu thematisieren. Die Ausstellung greift deshalb wichtige Werke und Künstler aus der bestehenden Sammlung Ludwig auf und setzt diese in Relation mit einer neuen, im Aufbruch befindlichen jungen Szene. Es begegnen dabei auf der einen Seite auch die seinerzeit jungen Künstler der ersten Auswahl wieder, die heute den Professorenstatus an der Kunstakademie in Sofia innehaben.



www.bulgarienzeit.de | Flyer

Weitere Informationen hier


Informationen zur Ausstellung

Seit Beitritt zur EU im Jahr 2007 und der Beteiligung von drei Künstlern bei der letzten Biennale in Venedig rückt der Balkanstaat mehr und mehr in den Fokus der internationalen Wahrnehmung. Davon profitiert nicht zuletzt auch die Kunstszene, sowohl im Land selbst als auch durch jene Künstler, die im europäischen Ausland studieren oder bereits arbeiten.

Venzislav Zankov, Running


Pepa Hristova, Geschichten aus Bulgarien, Fotografie 2006

 

Pepa Hristova, Geschichten aus Bulgarien, Fotografie 2006


Als das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig Anfang der 1980er Jahre in Bulgarien in größerem Umfang begann Kunst zu sammeln, bot sich ihnen noch ein ganz anderes Bild. Es sind nicht nur die Einflüsse der jahrtausendealten Kulturen und die der byzantinischen Ikonenmalerei, sondern, nach 1945, vor allem der Einfluss der sowjetischen – besser gesagt der sozialistischen – Kunst, die eine eigenwillige „Melange“ hervorrufen. Besonders letztere versteht sich als Mittler von gesellschaftlichen sowie politischen Ideen und Ideologien, die durch die Kunst für die Menschen transportiert werden sollen. Das Engagement von Peter und Irene Ludwig geht schließlich soweit, dass ernsthaft mit der Regierung Bulgariens und dem dortigen Künstlerverband erörtert wird, ein eigenes Museum in Sofia mit aufzubauen, das – ebenso wie die übrigen international tätigen Ludwig Museen – sich als zeitgenössische Plattform für Kunst jenseits ideologischer Grenzen verstehen soll.

Kiril Cholakov, Eyeboll

 

Diese Pläne konnten Mitte der 1980er Jahre dann jedoch nicht realisiert werden. Gleichwohl verfügt die Sammlung Ludwig über mehr als 200 Werke zeitgenössischer Kunst aus Bulgarien. Pepa Hristova „Geschichten aus Bulgarien“, 2006, Fotografie Konzept der aktuellen Ausstellung ist es, sowohl einen Blick zu werfen auf einige wichtige Positionen der bestehenden Sammlung Ludwig als auch die nachfolgenden Entwicklungen zu skizzieren, die sich in der Kunstszene nach 1985 in Bulgarien abzeichnen.

Elena Panayotova -CarteOrange1

 

Dies sind vor allem Künstler, die bereits damals wichtige Positionen eingenommen haben, wie z.B. Prof. Svetlin Roussev, der Berater Peter Ludwigs, Nikola Nikolov, Emil Stoychev sowie die damals zum Aufbruch bereiten jungen Künstler, die heute zu den Etabliertesten des Landes zählen, wie Nedko Solakov, Stanislav Pamoukchiev und Ivaylo Mirtchev.

Vor allem aber der Blick auf die junge Generation von Künstlern belegt, wie sehr Bulgarien den Umbruch in eine westlich orientierte Gesellschaft im Inneren bereits vollzieht und damit auch in großen Schritten sich aufmacht, den Anschluss an die internationale Kunstszene zu manifestieren. Sowohl der künstlerische Ausdruck als auch die Variationsbreite der gewählten Materialien hat sich enorm geweitet, wobei Ernsthaftigkeit und spielerisches Experiment sich abzuwechseln scheinen. Die Malerei ist immer noch eine der wichtigsten Grundfesten im künstlerischen Ausdruck und wird vor allem durch jüngere Künstler mit neuen Themen ausgereizt, wie z.B. bei Ivan Kostolov und Kiril Cholakov. Darüber hinaus findet die klassische Bildhauerei neue Ausdruckswege, wenn man sich die schlanken Gebilde von Ivan Russev anschaut oder die scheinbar simpel verpackten Objekte von Bora Petkova. Auch die Fotografie- und Videokunst erfahren seit den 1980er Jahren neue Dimensionen, vor allem seit der Gründung der anarchisch defi nierten Gruppe „Sofia Underground“. Während im Video vor allem die Selbstinszenierung und die Reflexion im Rol-Kiril Cholakov „Zähne“, 2006 Dinko Stoev „Landscape with a Fetish“, 2006.

Ivan Kostolov, Eiscreme 100 x 80 cm, 2006

 

Die Ausstellung fasst die unterschiedlichsten Positionen von mehr als fünfundzwanzig Jahren bulgarischer Kunst zusammen, die seit den Sammlungsaktivitäten von Peter und Irene Ludwig Anfang der 1980er Jahre initiiert wurden. Viele Künstler haben seit den 1980er Jahren außerhalb Bulgariens keinerlei Außenwirkung erzielen können, dazu war das Land zu sehr abgeschottet von Westeuropa. Erst die politische Umsetzung eines vereinten Europas und der damit verbundene Beitritt zur EU lassen nicht nur Einblicke nehmen, sondern forcieren rasche Entwicklungen und den internationalen Dialog. Mit einem Spektrum von mehr als vierzig Künstlern wird erstmals ein umfassender Bogen gespannt, der die Sammlung Ludwig in Beziehung setzt bis hin zur aktuellen Szene Bulgariens.

Beteiligte Künstler in alphabetischer Reihenfolge

Svetozara Alexandrova
Svilen Blazhev
Bozhidar Boyadzhiev
Milko Bozhkov & Boris Hristov
Kiril Cholakov
Krassimir Dobrev
Vassilena Gankovska
Lyuben Genov
Alla Georgieva
Dimitar Grozdanov
Pepa Hristova
Stefan Janev
Ioan Kirilov
Vikenti Komitski
Ivan Kostolov
Ilian Lalev
Nadezhda Oleg Lyahova
Nikolay Maystorov
Kostadinka Miladinova
Ivaylo Mirchev
Boris Missirkov & Georgi Bogdanov
Nikola Nikolov
Stanislav Pamoukchiev
Todor Panayotov
Elena Panayotova
Bora Petkova
Adelina Popnedeleva
Emil Popov
Doychin Russev
Ivan Russev
Svetlin Russev
Boris & Gabriela Serginovi
Teofan Sokerov
Nedko Solakov
Angel Stanev
Valentin Starchev
Dinko Stoev
Emil Stoychev
Violeta Tanova
Kalina Tasseva
Alexander Valchev
Dimitar Yaranov
Ventislav Zankov

Es erscheint ein umfangreicher Katalog im Kettler Verlag, Bönen, mit wissenschaftlichen Beiträgen von Svetlin Roussev, Ivaylo Mirtchev, Maria Vassilieva und Beate Reifenscheid, ca. 144 Seiten (mit zahlreichen Abbildungen) zum Preis von ca. 20 EUR.


Die Ausstellung AKTUELLE SZENE BULGARIEN steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck und S. E. General a. D. Angel Marin, Vizestaatspräsident der Republik Bulgarien.

Aktuelle Szene Bulgarien
6. September bis 2. November 2008


Eröffung der Ausstellung Aktuelle Szene Bulgarien um 17.30 Uhr

8. Lange Nacht der Museen

Eröffnung am 6. September, 17.30 Uhr

Feierliche Eröffnung der Ausstellung Aktuelle Szene Bulgarien unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck:
Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, Oberbürgermeister der Stadt Koblenz
Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Kultur-Staatssekretär, Ministerium für Wissenschaft, Jugend und Kultur
Ivan Tokadjiev, Vizeminister der Kultur der Republik Bulgarien
Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin des Ludwig Museum

Unmittelbar anschließend ab 19.00 Uhr: 8. Lange Nacht der Museen. Das Programm finden Sie hier.

Das Grußwort des Ministerpräsidenten finden Sie hier.

Das Begleitprogramm können Sie hier herunterladen, den Flyer zur Ausstellung finden Sie hier.

 

 

   

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