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Zur Biografie von Gérard Gasiorowski

   
   


1930
Gérard Gasiorowski wird am 30. März in Paris geboren.

1947-51
Studien an der École des Arts appliqués. Fährt zusammen mit einem Studienfreund mit dem Motorroller durch Spanien (eine der wenigen Reisen Gasiorowskis). Beginnt gegen Ende seiner Studien zu malen.

1953
Hört mit dem Malen auf, arbeitet für eine Versicherung. Läßt sich mit seiner Familie in der rue Louis-Blanc nieder, lebt dort bis 1980.

1960
Arbeitet bei einer Fotoagentur.

1963
Heiratet Marie-Claude Charels, lebt zusammen mit ihr und seiner Mutter Margot in der rue Louis-Blanc.

1964
Beginnt, inspiriert von der amerikanischen Pop-Art, wieder zu malen. Entwickelt seinen foto- oder hyperrealistischen Stil.

1965-70
Die sog. „tableaux noirs“ entstehen, darunter das Bild des Ludwig Museums.

1971-82
Die 84 „Amalgames“, Acrylzeichnungen auf Papier, entstehen. Die Zeichnungen spiegeln Gasiorowskis Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne wider. Es wird deutlich, daß Gasiorowski nicht auf den hyperrealistischen Stil festzulegen ist, sondern immer wieder überraschende stilistische Wechsel vollzieht. In den folgenden Jahren entstehen ganz unterschiedliche Zyklen wie die „Fleurs“(1973-82), „les chapeaux de l ´AWK“ (1976), die mit Acrylfarbe auf papier gemalten Selbstporträts (1974) oder die „Ponctuations“ (1974-79). Letztgenannte seien als Beispiele für eine expressiv-gestische Malweise des Hyperrealisten Gasiorowski angeführt.

1974
Gasiorowski führt in seinem Atelier einen aufwendigen Krieg mit gekauften und selbstgebastelten Miniaturflugzeugen, Panzern, Zügen u. s. w. Er konstruiert Kriegsschauplätze und zeichnet Militärflugzeuge und Panzer mit Acrylfarben auf Papier. Claude Caroly hält das Geschehen auf zahlreichen Fotografien fest. Gasiorowski agiert als verletzter Künstler mit blutigem Kopfverband. Er selbst sieht in dieser Materialschlacht später die Ursache dafür, daß ihn seine Frau 1976 verläßt.

1976-81
Gasiorowski zieht sich zurück, meidet die Öffentlichkeit und stellt nur wenig aus. Nimmt das Pseudonym „Worosiskiga“ (Anagramm von „Gasiorowski“) an.
Ruft die fiktive Académie Worosis Kiga (AWK) ins Leben, der der autoritäre Professor „Arne Hammer“ vorsteht. Gasiorowski wird sich für vier Jahre in dieses „Spiel“ vertiefen. Die „Schüler“ müssen zur Probe einen Hut malen; die Serie „Les Chapeaux de l´AWK“ entsteht. Die Arbeiten der zurückgewiesenen Schüler („les Refusés“) signiert Gasiorowski mit seinem Namen. Werke anderer fiktiver Akademiemitglieder sind die OIPAH des Akademieleiters („Oeuvre Immortelle du Professeur Arne Hammer“) oder die Werke „KIGAS“, einer Schülerin, die schließlich „Arne Hammer“ töten wird. Zu den Werken „KIGAS“gehören etwa die „tourtes“, Installationen aus Exkrementen, die als Hommage an die „Pommes“ von Cézanne geschaffen werden.

1978
Lernt die Künstlerin Colette portal kennen, mit der er 1980 nach Chanca übersiedeln wird. Sie bleibt bei ihm bis 1984.

1981
Nachdem die Figur „Arne Hammer“ getötet wurde, kehrt der Künstler Gasiorowski in die Öffentlichkeit zurück und beginnt, wieder auszustellen.

1983
Erste Retrospektive „Peinture“ findet im ARC in Paris statt.

1983-84
Die „Cérémonies“entstehen, große Leinwandbilder in gedämpften Acrylfarben, in einer gestischen Malweise ausgeführt. Weiterhin das Ensemble „L´atelier de Taïra“, eine Installation zusammengestellt aus diversen Bildträgern aus Gasiorowskis Atelier.

1985
„La Ligne indéfinie“, eine lineare Komposition, die sich über 16 Leinwände ausdehnt.

1986
„Stances“, eine Leinwand von 40 m Länge, ausgeführt für eine Ausstellung in der Augustinerabtei von Fontevrault, greift das Konzept der „Ligne...“ wieder auf. Weitere großformatige Arbeiten, die auf den Abstrakten Expressionismus der 50er Jahre verweisen.

Am 19. August 1986 stirbt Gérard Gasiorowski an einem Herzinfarkt in Lyon.