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1950
Daniel Tremblay wird am 7. März in Angers geboren.
1977-80
Studium am Royal College of Art in London. Tremblay lernt Bill Woodrow
und andere Vertreter der jüngeren britischen Bildhauergeneration
kennen.
1978
Stipendium der Henry Moore Foundation, London.
1980-85
unterrichtet Skulptur an der Ècole des Beaux-Arts in Mulhouse,
Frankreich.
1985
Daniel Tremblay stirbt am 9. April bei einem Autounfall in Angers.
1995
Seine Heimatstadt Angers widmet dem Künstler eine Ausstellung
im Musée des Beaux-Arts.
In der ersten Hälfte der 1980er Jahre, entstehen, angeregt
durch Tony Cragg u. a., Arbeiten aus kunstfremden Materialien wie
Schallplatten, Fußabstreifern, miteinander verbundenen Besenbürsten
und übereinandergeschichteten Kautschukplatten, die als Bildträger
und - im Falle der beiden zuletzt genannten Materialien - Reliefgründe
dienen. Thematisch beschränkt sich Daniel Tremblay auf wenige
wiederkehrende Formen und entwickelt eine sehr persönliche,
symbolisch anmutende Bildsprache. Essentiell sind stark stilisierte
menschliche Silhouetten, insbesondere im Profil gegebene lächelnde
Gesichter, die Tremblay zu Paaren zusammenstellt. 1984 bildet Tremblay
im Garten einer Stiftung aus Kohlen die Silhouette eines im Gras
liegenden Menschen.
Zur Bildsprache Tremblays gehören weiterhin Sterne und Mondsicheln,
mit denen Bildgründe überzogen werden, sowie Objekte wie
Perlen, Schöpflöffel, tatsächliche Sicheln und vorgefertigte
Rabenfiguren.
In Deutschland wird Tremblay im Kontext der sich ebenfalls in den
frühen 1980er Jahren entwickelnden Figuration libre wahrgenommen
(vgl. Kunstforum Bd. 59, 1983). Mit dem überbordenden Comicstil
Hervé di Rosas etwa läßt sich seine Formensprache
allerdings kaum vergleichen. Eher könnten seine Werke neben
die Bilder Jean-Charles Blais´ gestellt werden, der sich ebenfalls
auf wenige wiederkehrende Motive beschränkt. Richtiger scheint
es jedoch, die Jahre Tremblays auf dem Royal College of Art in London
und seine Verbindungen zu den jüngeren britischen Bildhauern
zu betonen: Daniel Tremblay ist in erster Linie ein minimalistisch
arbeitender Bildhauer, der Reliefs aus kunstfremden Material fertigt
und gar nicht oder kaum bearbeitetes Material zu einfachen Figuren
wie aus Fußabstreifern geschnittenen Silhouetten zusammenfügt.
Auch Tremblays Installationen können als minimalistische Skulpturen
aus vorgefertigtem Material verstanden werden, da sie eine Auseinandersetzung
mit dem Raum bedeuten. Tremblay selbst verstand Raum als einen Stoff,
den es zu modellieren gilt.
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