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Zur Biografie von Claude Viallat

   
   


Der 1936 in Nîmes geborene Claude Viallat studierte in der zweiten Hälfte der 50er Jahre an den Ecoles des Beaux Arts in Montpellier und Paris.

1964
erhielt er eine Professur an der Ecole des Arts Décoratifs, Nizza.

1969
war Viallat Mitbegründer der Gruppe „Support - Surface“, zu der u. a. Daniel Dezeuze, Bernard Pagès und Louis Cane gehörten und die in den frühen 70er Jahren die Entwicklung der französischen Kunst maßgeblich prägte.

Seit 1991 lehrt Viallat an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris.

1995 stellte er im Museum für Moderne Kunst Stiftung Ludwig, Wien, aus.

Der Ansatz von „Support - Surface“ war geprägt von der Abstraktion einerseits und der Betonung materieller Oberflächenqualitäten andererseits. Bei Viallat sind es die Materialien, die als Bildträger fungieren, deren Oberflächenreize in den Vordergrund gestellt werden. So verwendet der Künstler für die im Ludwig Museum gezeigte Arbeit grobe Zeltleinwand, deren Nahtstellen die Komposition des Bildes bestimmen. Die angefügten Leinwandstücke, die die eigentliche Bildfläche rahmen, sind mit einem Fransensaum versehen. Die durch die Nähte vorgegebenen Flächen des Bildträgers sind mit einer gitterartigen Struktur überzogen, die Viallat in den 60er und 70er Jahren entwickelt hat. Das zugrundeliegende Prinzip ist die Wiederholung („Répétition“) einer Form, die an ein stilisiertes Kissen erinnert. Mit lockerer Pinselführung trägt Viallat dieses Motiv in parallel laufenden Diagonalen auf, die an den Nahtstellen der Leinwand Farbe und Richtung wechseln, so daß ein patchworkartiger Eindruck entsteht.

In den 90er Jahren hat Viallat Leinwandstücke, die ausschnitthaft Fragmente der vertrauten Bohnen- oder Kissenform zeigen, in Faßbänder eingespannt. Weiterhin dienen ihm zweckentfremdete Materialien wie etwa Sofabezüge als Bildträger, deren Stoffmuster durch das Auftragen seiner Raster konturiert und - bohnenförmig - in die Komposition einbezieht. Auch die Idee, mehrere Raster übereinander zu legen, verfolgt Viallat, in dem er eine Répétition in bohnenförmige Stücke zerschneidet, die ihrerseits in parallellaufenden Diagonalen auf einem neuen Bildträger angeordnet werden.