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Christian Boltanski wird am 8. September in Paris geboren. Als Künstler
Autodidakt, setzt er sich sehr intensiv mit der eigenen Vergangenheit
auseinander und strebt danach, diese zu rekonstruieren.
1967 beginnt er, Glasvitrinen mit Objekten wie Zuckerstücken,
hangeformten Erdkugeln und Spielzeugwaffen auszustatten und so eine
typisch bürgerliche Kindheit fragmentarisch zu skizzieren.
Beginnt photographisch zu arbeiten.
1968 dreht Boltanski den Film La vie impossible de Christian
Boltanski, der anläßlich seiner ersten Ausstellung
im Kino Le Ranelagh in Paris gezeigt wird.
1972 versteigert Boltanski persönliche Gegenstände, erstellt
Inventare seines und des Lebens fiktiver Personen und bietet diese
- ohne Erfolg - verschiedenen Museen als Nachlaß an.
1974 legt er Vitrinen für die Puppe eines Clowns an, mit dem
er in Performances auftritt, und schafft diesem ein anthropologisches
Museum.
In den folgenden Jahren erlangt die Photographie in seinem Werk
zunehmend Bedeutung - sowohl als Mittel zur - scheinbaren - Dokumentation
als auch -selbstreferentiell -als Motiv.
In den 80er Jahren wirft Boltanski die Schatten von unheimlichen
Papierfiguren an die Wände von Ausstellungsräumen.
1988 wird Boltanski in den USA eine Retrospektive in sechs Museen
gewidmet. In den 90er Jahren beschäftigt sich Boltanski, das
Konzept der Rekonstruktion der eigenen Kindheit konsequent weiterentwickelnd,
auf allgemeinerer Ebene mit dem Thema Vergangenheit und Vergänglichkeit.
Seine Installationen aus Archivkästen und Photos werden von
Publikationen begleitet, wie etwa dem 1994 anläßlich
einer Ausstellung im Ludwig Forum, Aachen, unter dem Titel Menschlich
herausgegebenen dicken Band mit unkommentierten Fotos auf dünnem
Papier, teilweise überbelichtet und stark vergrößert,
teilweise verschwommen grob gerastert, so daß die Züge
der abgebildeten Personen kaum noch faßbar sind.
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