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Zur Biografie von Ben Vautier

   
   

Zur Biographie Ben Vautiers

1935
Ben Vautier wird in Neapel geboren.

1949
Nach Jahren wechselnder Aufenthaltsorte in verschiedenen Ländern läßt sich die Familie Vautier in Nizza nieder.

zweite Hälfte 1950er Jahre
Angeregt durch Yves Klein, Marcel Duchamp und die Nouveaux Réalistes beginnt Ben Vautier, einen grundsätzlich an dada angelehnten, persönlichen künstlerischen Stil zu entwickeln. Zunächst entstehen Bilder, die - Jahre vor Andy Warhol - das Motiv einer stark vereinfachten Banane variieren. Weiterhin entstehen aus einer Vielzahl von Einzelteilen zusammengesetzte Gebilde, die an die Maschinen Jean Tinguelys erinnern. Eine wichtige Rolle spielen aber bereits die mit greller pastoser Farbe in Schreibschrift auf das Objekt aufgetragenen Anweisungen und Erklärungen, die zum Markenzeichen „Bens“, wie er sich fortan nennen wird, werden sollen.

1958 bis 1973
Ben betreibt in Nizza ein Plattengeschäft, das „Magasin“. Der Laden wird aufgrund der von Ben gestalteten Fassade und Inneneinrichtung zu einer Sehenswürdigkeit Nizzas. Ben entfaltet hier seinen typischen Stil: Die Fassade etwa wird im Laufe der Jahre mit einer Vielzahl von Objekten unterschiedlichster Art überzogen. Das Ganze wird durch Bens grellfarbige Schreibschriftkommentare ergänzt. 1994 wird die Fassade des Ladens im Centre Pompidou ausgestellt.

1959
Ben gründet die Zeitschrift „Ben Dieu“.

1960
Im sogenannten Laboratoire 32 im ersten Stock seines Plattengeschäftes veranstaltet Ben seine erste Einzelausstellung „Rien et tout“. In der Zeitung wird mit einer fingierten, „Ben est mort“ betitelten Todesanzeige für die Ausstellung geworben, nicht ohne in einem post scriptum darauf hinzuweisen, daß das Plattengeschäft weiterhin geöffnet ist.

bis 1962
Ausgehend von Duchamps readymades und der Erkenntnis, daß sich ein Kunstwerk ausschließlich durch die Signatur zu erkennen gebe, signiert Ben alles, was ihm unter die Augen kommt, einschließlich der Werke anderer Künstler und seines eigenen Körpers. Das Unternehmen gipfelt in einer unterschriebenen Erklärung, fortan nichts mehr signieren zu wollen.

1962-70
Ben gehört zu den führenden Mitgliedern der Fluxus-Bewegung (George Maciunas, Al Hansen, John Cage u. a.). Er nimmt an internationalen Fluxus-Festivals teil und tritt durch zahlreiche öffentliche Auftritte und Performances in Erscheinung.

Ab 1980
Der etablierte Künstler Ben Vautier wird zum Mentor der jungen „Figuration libre“, der er 1981 in einem anläßlich einer Ausstellung Hervé di Rosas und Robert Combas´ erschienenen Artikel in „Flash Art“ auch den Namen gibt. Vautier selbst wird in den folgenden Jahren Acrylbilder malen, auf denen er Schrift und Comic-Elemente kombiniert.

In den 1990er Jahren tritt Ben Vautier, der immer noch in Nizza lebt, mit verschiedenen Werkgruppen hervor, etwa der Serie der „totems“ (ab 1988); Skulpturen, die sich aus unterschiedlichen, zu Pfählen montierten Gebrauchsgegenständen zusammensetzen, oder den „oiseaux“ (ab 1991); Materialassemblagen von vogelähnlicher Gestalt. Weiterhin stellt der Künstler Kompilationen aus seit den 1960er Jahren entstandenen Ben-Objekten zusammen und montiert diese auf unterschiedliche Bildträger und kommentiert sie.
Bereits in der ersten Experimentierphase in den 1950er Jahren zeigt sich, daß Ben Vautier mittels seiner auf allen Kunstwerken und Objekten wiederkehrenden charakteristischen Schrift im Grunde Werke unterschiedlichster Art zu einem überzeugenden Gesamtkunstwerk zusammenstellen kann.