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Zur Biografie von Arman

   
   

1928
Arman wird am 17. November als Armand Fernandez in Nizza geboren.

1936
Beginnt, sich intensiv mit Schach auseinanderzusetzen.

1938
Armans Vater, ein Amateurmaler und Cellist, der in Nizza einen Möbelladen führt, bringt dem Jungen das Malen mit Ölfarben bei und weckt in ihm die Liebe zur Musik.

1940-45
Arman besucht das Lycée du Parc impérial in Nizza.

1946
Abschluss der Schulausbildung mit dem Baccalauréat mit den Schwerpunkten Philosophie und Mathematik; anschließend schreibt er sich an der École Nationale des Arts décoratifs in Nizza ein.

1947
In der Judo-Schule der Polizei von Nizza lernt Arman Yves Klein und Claude Pascal kennen. Per Anhalter fahren die drei jungen Männer durch Europa. Sie beschließen, ihre Nachnamen aufzugeben und unter ihren Vornamen berühmt zu werden.

Zwischen 1947 und 1953 setzt sich Arman intensiv mit Buddhismus, Astrologie, den Rosenkreuzern und der Lehre Georg Gurdjieffs auseinander.

1949
Arman verlässt Nizza und schreibt sich in Paris an der École du Louvre ein, um Auktionator zu werden. Zwei Jahre lang studiert er Archäologie und orientalische Kunst. Seine Malerei dieser zeit ist stark vom Surrealismus beeinflusst.

1950
Arman lernt Eliane Radigue, seine zukünftige erste Frau, kennen, mit der er drei Kinder haben wird.

1951
Bis zum Juni halten sich Arman und Yves Klein in Madrid auf, wo Klein als Judo-Lehrer tätig ist. Zurück in Nizza begegnet Arman zum ersten Mal Pierre Restany.

1952
Militärdienst als Sanitäter in Fréjus.

1953
heiratet Eliane Radigue. Rückkehr nach Nizza. Es entstehen abstrakte Gemälde, die die Auseinandersetzung mit Serge Poliakoff und Nicolas de Staël widerspiegeln. Gleichzeitig beginnt Arman sich für afrikanische Kunst zu interessieren.

1954
Sieht Arbeiten von Jackson Pollock, die Einfluss auf seine Bildgestaltung haben werden – etwa in der Anwendung des „all over"-Prinzips.

1955
In Nizza verdient Arman seinen Lebensunterhalt als Möbelverkäufer und Tiefseefischer. Er nimmt an der Gruppenausstellung „Artistes d'Acropole" teil. Angeregt durch den Besuch einer Kurt Schwitters Ausstellung in der Pariser Galerie Berggruen im Jahr zuvor schafft Arman seine ersten Stempelbilder („Cachets").
Erste Ausstellung mit Gouachen Armans in London bei der „Progressive London Group" (PPLG).

1956
Erste Gemäldeausstellung in der Galerie du Haut-Pavé in Paris, in der Arman auch einige „Cachets" präsentiert.

1958
Auf der Einladungskarte zu Armans erster Einzelausstellung bei Iris Clert in Paris („Les Olympiens") erscheint sein Name durch ein Versehen des Druckers erstmals in der Form „Arman" (ohne das abschließende „d").
Erste „allures d'objets"; Abdrucke eingefärbter Gegenstände auf Leinwand und Papier. Reise in den Iran.

1959
Erste „poubelles" (Inhalte von Papierkörben) und „accumulations" (Anhäufungen von identischen Gegenständen).

1960
Am 27. Oktober gründet Pierre Restany in Yves Kleins Wohnung in Paris die Nouveaux Réalistes. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Yves Klein, Daniel Spoerri, Jacques Villeglé, Raymond Hains, François Dufrêne, Martial Raisse, Jean Tinguely und Arman. Bekanntschaft mit dem amerikanischen Künstlern Jasper Johns, Robert Rauschenberg und Larry Rivers in Paris. Kontakte zur Düsseldorfer Künstlergruppe ZERO.

1961
Realisation erster „colères" („Wutanfälle"; Aktionen, bei denen Gegenstände zertrümmert wurden). Teilnahme an der Pariser Biennale und an der Ausstellung „The Art of Assemblage im Museum of Modern Art, New York. In der Zeitschrift „Zero" wird Armans Text „Réalisme des accumulations" veröffentlicht. Bekanntschaft mit Marcel Duchamp.

1963
Erste Einzelausstellung in der Sidney Janis Gallery, die Arman unter Vertrag nehmen wird. In Erweiterung des Konzepts der „colères" beginnt Arman, Gegenstände zu zerschneiden („coupes") und mit Dynamit in die Luft zu sprengen. Erste „inclusions" (in Polyester eingeschweißte „accumulations")

1964
Beginnt damit, Gegenstände einzuäschern und zu fixieren („combustions")

1965
Armans Ausstellung im Haus Lange in Krefeld wird in Deutschland kontrovers diskutiert. Die ästhetischen Qualitäten der „accumulations" finden zunehmend Anerkennung.

1966
Auszeichnung mit dem Marzotto-Preis, Erste Anhäufungen von Farbtuben in Plexiglas.

1967
Teilnahme an der Weltausstellung in Montreal mit Akkumulationen von Autoteilen. Trennung von Eliane.

1968
Vertreter Frankreichs bei der Biennale in Venedig, Teilnahme an der documenta IV in Kassel
.
1970
Aktion „Slicing" in der Reese Palley Gallery in New York: Von Besuchern mitgebrachte Gegenstände werden von Arman zerschnitten oder zersägt und zugunsten des Verteidigungsfonds der Black Panther verkauft. Teilnahme an der Weltausstellung in Osaka.

1971
Serie der organischen „poubelles" in Polyester. Anders als bei den frühen „poubelles" unter Plexiglas erfordert das neue Material keine Vorauswahl hinsichtlich der Haltbarkeit. Arman heiratet Corice Canton in Nizza.

1972
Verleihung der amerikanischen Staatsbürgerschaft. Aufnahme in den Ordre du Mérite.

1973
Henry Martins Monografie über Arman erscheint in New York.

1975
Happening „Conscious Vandalism" in der New Yorker John Gibbson Gallery: Innerhalb von 22 Minuten zertrümmert Arman eine von ihm und Corice eigens zu diesem Zweck eingerichtete amerikanische Mittelstandswohnung.

Reise nach Ägypten.

1978
Realisation von großformatigen Skulpturen in Dijon und Dearborn/Michigan.

1979
Reise nach China. Aufenthalt in Moskau.

1980
Ausstellungen in Deutschland und Japan.

1982
Groß angelegte Retrospektive „Parade der Objekte" im Kunstmuseum Hannover. Einweihung von „Long Term Parking", einer 18 Meter hohen Installation aus 2000 Tonnen Beton mit 60 eingeschlossenen PKWs im Schlosspark von Montcel in Jouy-en-Josas.

1984
Der französische Kultusminister überreicht Arman in Paris das Abzeichen eines Kommandeurs des Ordre des Arts et des Lettres.

1985
Bühnenbild für Maurice Ravels musikalisches Lustspiel „L'heure espagnole", das in der Komischen Oper in Paris aufgeführt wird.

1987
Neben anderen großformatigen Projekten im öffentlichen Raum entsteht „ascent of the Blues", eine 12 Meter hohe Doppelspirale aus Klavieren, Gitarren und Banjos in Memphis.

1988
Arman wendet sich erneut der Malerei zu. Eine Serie von 13 Gemälden, die Pariser Galerie Beaubourg im Centre Pompidou ausstellt wird zur Illustration zu Arthur Rimbauds „Lettre du Voyant" verwendet. Indem er die Pinsel, deren Spur er in breiten, gestischen Schwüngen über die Leinwände zieht, am Ende ihrer Bahnen auf den Bildträgern befestigt, verbindet Arman Prinzipien des abstrakten Expressionismus mit denen der Nouveaux Réalistes. Im Musée des Beaux-Arts in Nîmes überzieht Arman in vier Tagen vier Wände einer 80 m² großen Halle mit Farbe und insgesamt 2400 Pinseln.

1989
François Mitterand zeichnet Arman mit dem Orden eines Ritters der Ehrenlegion aus.

1990
Arman sagt aufgrund antisemitischer Äußerungen des Bürgermeisters von Nizza die geplante Retrospektive im neu eröffneten Musée d'Art moderne et d'Art contemporain de la ville ab.

1991
Arman präsentiert „Porträts" großer Komponisten von Bach bis Bartók, die aus den Musikinstrumenten zusammengesetzt sind, die für die jeweilige Musik charakteristisch sind.

1992
Vor dem Restaurant der Brüder Troisgros in Roanne wird die 4,50 Meter hohe Skulptur „Les Gourmandes" aus 100 Gabeln in patinaüberzogener Bronze eingeweiht.

1996
Arman entwirft eine Briefmarke für die französische Post.

1997
Dominique Rimbault dreht mit Arman und Pierre Restany den 52 Minuten langen Dokumentarfilm „Arman, Portrait d'un sculpteur".

1998
Retrospektive in der Galerie Nationale du Jeu de Paume in Paris. Die Ausstellung wird anschließend im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen gezeigt.

2000
Erste Retrospektive der „Arbeiten auf Papier" im Ludwig Museum in Koblenz.