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Neue Sachlichkeit
   
   

ein 1923 von Gustav Hartlaub geprägter Begriff, der eine Stilbewegung der deutschen Malerei um und nach 1920 bezeichnet, die als Reaktion auf den „verzerrenden" Expressionismus verstanden werden kann. Die Anhänger der Neuen Sachlichkeit legten Wert auf strenge Bildanordnung und überdeutlich konturscharf wiedergegebene Gegenstandsform, die bis zur Grenze der Starrheit geht. F. Roh prägte für das gleiche Phänomen den Begriff „Magischer Realismus". Hauptvertreter waren in Deutschland: Alexander Kanoldt, Franz Radziwill, Georg Schrimpf, Max Unold, zeitweilig auch Otto Dix, George Grosz und Max Beckmann.

In der Literatur meint Neue Sachlichkeit die zwischen den Weltkriegen hervortretende Tendenz zu illusionslos-nüchterner Darstellung von Gesellschaft, Erotik, Technik und Weltwirtschaftskrise als Reaktion auf den literarischen Expressionismus; dem späten Naturalismus verbunden, doch von ihm unterschieden durch stärkeres politisches Engagement einerseits, durch politisch indifferente emotionslose Sachlichkeit anderseits und durch Aufgeben des pseudo-naturwissenschaftlichen Objektivitätsanspruchs.

Quelle: wissen.de