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NORBERT TADEUSZ
Fontainejean; Richtung Avallon, 1987
Öl/Lwd, 200 x 200 cm
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Der 1940 in Dortmund geborene Norbert Tadeusz gilt als einer der wenigen Monumentalmaler in Deutschland. Mit einer eigens mit ihm besetzen Professur für Monumentalbildnerei an der Hochschule der Bildenden Künste in Braunschweig konnte er zwischen 1991 und 2003 lehrend tätig sein und dennoch ungebremst weiter arbeiten, malend sich die Welt erschließen. Seit seiner ersten Einzelausstellung 1966 in der Galerie Gunar, Düsseldorf, die auf Polizeibefehl wegen Anstößigkeit der Bilder für einige Tage geschlossen blieb, sind zahlreiche Ausstellungen zustande gekommen, die das umfangreiche Oeuvre belegen und von einem Maler Zeugnis geben, der sich obsessiv der Malerei verschrieben hat. Mit großer Konsequenz blieb Tadeusz der sogenannten gegenständlichen Malerei - auch in Zeiten der großen Abstraktionsbewegungen - treu, wenngleich seine Bildsprache sich dem allzu leichten Zugriff der Wahrnehmung verschließt.
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NORBERT TADEUSZ
bei der Arbeit
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In ganzen Serien und Zyklen, erkundet, erforscht, sichtet er die Materie seiner Sujets auf ihre malerische Präsenz hin. Seien es Schlachttiere in italienischen Fleischereien oder weibliche, von einem mediterranen Licht überstrahlte Akte, Ackerbaumaschinen im heißen Sommer oder rennende, stürzende Pferde, die spröden Felsen der Normandie oder das stille Meer von Follonica. Die letzen Arbeiten, mit ihrer Umsetzung der schwarz-roten etruskischen Grabmalerei, offenbaren einen erneuten Umgang mit der monumentalen Malerei. Die Akte sind das Hauptmotiv, gelten aber zugleich als Vorwand für die Suche nach Perspektive und Geometrie . So wie die Balancekünstler von Trabanten rotfigurig (Tarquinia) verschiebt der Künstler die Grenzen der Ausgewogenheit immer weiter, mit einem „Spagat“ zwischen der Flächigkeit der sich bewegenden Figuren und dem Unendlichen des schwarzen Hintergrundes, der zum tiefsten Raum geworden ist.
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NORBERT TADEUSZ
Varengeville IV, 2001
Acryl/Lwd, 150 x 200 cm
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Die Wiederholung der dargestellten Motive in Serien oder Zyklen verdeutlicht die Gewissenhaftigkeit, den Wille, dem Sichtbaren und dem Sein auf die Spur zu kommen. Neben der Flächigkeit des Farbauftrags und der gesättigten, matten Farbigkeit ist es vor allem aber die eigenwillige Perspektive und Sichtweise, durch die Tadeusz den alltäglichen Motiven eine auratische Präsenz verleiht. Es ist das Nahrücken in der Wahrnehmung bei gleichzeitiger Distanzierung und Verfremdung, die den Werken von Tadeusz ihre visuelle Macht verleihen.
Die Ausstellung in Koblenz versammelt ca. 40 zum Teil großformatige Werke von Tadeusz, in denen explizit der Blick „von oben“ als strategische Vorgehensweise der Bildfindung thematisiert wird sowie den bislang ungezeigten Zyklus von Landschaften in Frankreich: Von der Champagne bis zur französischen Atlantikküste.
Es erscheint ein Katalog im Kerber Verlag, Bielefeld: Nobert Tadeusz, von oben, hg. von Beate Reifenscheid, mit Texten von Wolfgang Becker, Cécile Michaud und Beate Reifenscheid; ca. 80 Seiten (davon 40 Farbabb.) |