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Milos Sobaïc
Die Hand reichen, 1996
Hartplastik Stahl, Beton
600 x 150 x 320 cm
© Galerie Pages, Baden-Baden
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Der seit 1972 in Paris lebende und arbeitende Milos
Sobaïc (geb. 1944 in Montenegro) befasst sich seit Jahrzehnten
in seiner Kunst mit dem Thema Mensch: Aus einer nahezu
surrealen, altmeisterlich anmutenden Malerei mit unzähligen
Figuren und Akteuren zu Beginn der 1970er Jahre wurden
zunehmend rudimentierte Torsi, die wie Fremdkörper in
einem ihnen selbst fremd gewordenen Kontext agieren.
Hand und Fuß, Arm und Bein nehmen dabei nicht selten
eine überproportional wichtige Dimension ein, die das
Einzelne in den Blick drängt. Die klaustrophobischen
Szenen, mitunter an Krankenhaus und Pathologie erinnernd,
leben in krassem Widerspruch von der Vitalität
und zupackenden Geschwindigkeit ihrer Protagonisten.
Das Defizit an körperlicher Ganzheit überspielen die
von Heftigkeit getriebenen Aktionen und ihre Akteure,
deren menschliche Individualität verloren gegangen ist.
Sobaïc inszeniert so Fragestellungen nach der körperlichen
Unversehrtheit, lässt Gewalt und Tod aufscheinen und
verbindet das Leblose mit Bewegtheit Malerei
und Installation werden zum Paradigma des Widerspruchs.
Für die Ausstellung in Koblenz hat Sobaïc eigens eine
größere Installation vorbereitet.
Die Katalogbeiträge sind u.a. von Peter Handke, Kostas
Mavrakis und Beate Reifenscheid (ca. 150 Seiten); erhältlich
an der Museumskasse zum Preis von 18 €.
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