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Das Ludwig Museum bekommt immer wieder Werke von Künstlern
und Sammlern übereignet. Sie finden nur selten eine
Möglichkeit der dauerhaften Präsentation, zumal viele
Arbeiten auf Papier und damit lichtempfindlich sind.
Wir wollen die besinnliche Zeit im Dezember nutzen,
Ihnen eine Auswahl dieser Werke zu präsentieren und
die Bereicherung der letzten Jahre in Koblenz vorstellen:
u.a. Werke von Bernard Aubertin, Rolf Böttcher, Beni
Cohen-Or, Masumi
Hayashi, u.a.
Darüber hinaus finden bis zur Ausstellungseröffnung
"Anke
Erlenhoff 19932003" am 18.01.2004 zahlreiche
Werke der Sammlung Ludwig ihren angestammten Platz im
Museum zurück.
Zur Sammlung Ludwig
Aus der bedeutenden Sammlung des Ehepaars Peter
und Irene Ludwig gehören Schlüsselwerke der französischen
Kunst nach 1945 zu unserem Bestand.
Die Verknüpfung von der Klassischen Moderne, die weitgehend
auch noch das gegenwärtige Bild der Kunst Frankreichs
bestimmt, hin zu Ausdrucksformen der aktuellen Kunstszene
leisten wenige, gleichwohl bedeutungsvolle Werke von
Wols, Picasso, Dubuffet
sowie von den Amerikanern Jasper Johns
und William de Kooning. An den beiden
letzteren entzündet sich der Geist einer radikalen Hinwendung
zur gestisch-expressiven Malerei, die nach dem 2. Weltkrieg
vor allem durch amerikanische Künstler vorangetrieben
wurde. Nachdem auch Paris zunächst seine zentrale Position
als Kunstmetropole eingebüßt hatte und amerikanische
Künstler nur noch kurz nach Paris kamen, wandten sich
mehr und mehr französische Künstler nach New York, um
dort neue Impulse zu erhalten.
So kam es rasch zu einer Hinwendung zur Pop-Art , die in Frankreich vor allem
durch die Nouveaux Réalistes" aufgegriffen, variiert
und weiterentwickelt wurde. Zahlreiche Werke von ihnen,
u.a. Arman, César,
Tinguely, Spoerri,
Matial Raysse, u.a.
sind in der Sammlung des Ludwig Museums vertreten und
bilden eine erste wichtige Keimzelle französischer Kunst
nach 1945.
In der sog. Edition MAT" (multiplication d´art
transformable), die mit allen wichtigen Exponaten aus
den End50ern und 60er Jahren vertreten sind, findet
eine Verschränkung von kinetischer und objektbezogener
Kunst statt, die zugleich aus der Idee geboren wurde,
Kunst für jedermann erschwinglich zu gestalten. Künstler
des Nouveau Réalisme, aber auch Protagonisten wie Niki
de Staint Phalle, Christo,
Man Ray, Soto, Pol
Bury, Dieter Roth und Karl
Gerstner fanden hier zu einer Interessengemeinschaft,
die grenzüberschreitend angelegt war und ungemein innovativ
im Konzept war.
Es folgten nach Fluxus" (Vautier
/ Vostell) und Concept art" (Bernar
Venet) vor allem wichtige Künstlergemeinschaften
wie jene von Surport(s) / Surface(s)", die mit
heute namhaften Vertretern wie Daniel Buren,
Louis Cane, Marc
Devade, Claude Viallat
u.a. Kunstgeschichte geschrieben haben und weit über
die Grenzen Frankreichs gewürdigt wurden.
Zeitlich fast parallel gab es eine Entwicklung in
Frankreich, die sich mit der Spurensicherung"
auseinandersetzte. Gemeint war nichts anderes, als ein
zum Teil persönliches Eintauchen in die Historie, die
sich dann zu allgemein relevanten Fragestellungen wandelte,
wie exemplarisch im Werk von Christian Boltanski.
Der Schubladenschrank" von 1972 verdeutlicht mit
jeder einzelnen Schublade den Rekonstruktionsversuch"
von Boltanskis individueller Suche nach seiner eigenen
Kindheit und Jugend. Auch die zwei bedeutenden Arbeiten
des Künstlerehepaar Anne und Patrick
Poirier befassen sich mit vergangenen Zeiten,
vor allem mit der Antike. Ihr Depôt de Memoire
et d´Oblie" von 1992 wurde eigens von ihnen für den
Außenbezirk des Ludwig Museums konzipiert und bildet
eine optische Achse zwischen dem historischen Deutschherrenhaus
und dem Kaiserdenkmal am Deutschen Eck.
Die 80er Jahre, die in Deutschland vor allem durch
die Neuen
Wilden" bestimmt waren, profilierte in Frankreich
vor allem die Figuration libre", die bunt, poppig,
frech und im Stile der Comics daherkam". Zu ihnen
zahlen Hervé di Rosa, Robert
Combas und François Boisrond.
Der Einfluss von Keith Haring ist unübersehbar.
Gerne begleiten wir Sie bei Ihrem Besuch. Jeden Sonntag
um 15 Uhr und jeden Mittwoch um 16
Uhr finden kostenlose öffentliche
Führungen unter dem Motto „Das Kunstwerk
des Monats" statt. Weitere Informationen erhalten
Sie im Sekretariat.
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