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Bernd Finkeldei bricht mit den Konventionen, indem er
gegenständliche und informelle Malerei, konkrete Dinge
und abstrakte Zwischenformen, Nähe und Ferne gleichermaßen
präzise in einem Bild verwirklicht und so Einheitlichkeit
und damit Eindeutigkeit nicht zulässt. Vielleicht kann
die tradierte Kunstform Malerei aus ihrer Distanz zum Alltagsleben
heraus gegenwärtig nachhaltiger als die in dieser Hinsicht
integrierten neuen Medien" deutlich machen, dass
es keine Allgemeingültigkeit und nichts Endgültiges
gibt, auch nicht in der Kunst alles fließt und
alles ist relativ. Der Künstler ist nicht der Schöpfer
des Absoluten im Gegenteil, immer wieder muss er sich
hinab in den Strom der Zeit begeben, um dort Ideen zu fangen,
die das an sich formlose Leben zu einem momentan geformten
Phänomen, zu Malerei werden lassen. Die hohe Qualität
der Malerei von Bernd Finkeldei besteht darin, dass sie um
das Unvermögen der absoluten Form weiß und zugleich
den Reichtum der Idee und ihrer möglichen Bilder präsent
werden lässt.
Zitat: H.-G. Golinsky in Zeitfänge",
2002
Der Metapher des Zeitstromes kann man im Schaffen von Bernd
Finkeldei eine besondere Bedeutung beimessen. Er verwendet
dieses Sprachbild verschiedentlich, so 1990 in einem Text
zu der Bilderfolge panoramique: Dieser Zuyklus
ist wie eine Bilder-Uhr, jedes Bild ein Zeit-Schlag
Dem Zeitstrom Bilder entreißen. Dem Strom des Verschwindens
und Vergessens Dinge, Erlebnisse und Gefühle entreißen,
mich erinnern denn nur in dieser Erinnerung bin ich
ja als ich das ist der Antrieb meiner Malerei
Mit den Feinheiten und Erfahrungen der nichtklassischen Malerei
will ich gegenständliche Bilder malen."
Zwar ist Bernd Finkeldeis Kunst- und Bildverständnis
vom Rationalismus geprägt, dennoch scheint es von Interesse,
seine Vorstellung von der Zeit als Fluss vor dem Hintergrund
lebensphilosophischer Weltbilder zu bedenken und seine Malerei
einmal aus diesem Blickwinkel zu betrachten.
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