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8. Lange Nacht der Museen

19.00
Get-together an der Museumsbar mit Sekt und Weinen vom Bopparder Hamm, Bulgarischen Rotweinen, Gehrmanns Bistrorante und natürlich Original-Banitzas.
Die Museumsbar ist den ganzen Abend geöffnet! (EG)

19.30 bis 21.00
Mitmachworkshops für Kinder
• Wir gestalten bulgarischen Schmuck mit Galina!
• Wir basteln unsere bulgarische Handytasche!
• Wir knüpfen Martinizas!
• Die Museumsdetektive sind los: “Wo sind die Banitzas versteckt?”

19.00
Lesung mit Margarete Ries, Stiftung Lesen: Bulgarische Märchen für Kinder

19.30 bis 24.00
Malparty der Jugendkunstwerkstatt Koblenz e.V. zu fetten Beats, (ab 15 Jahren) (3. OG)

19.30 bis 20.00
Die Ausstellungs-Highlights: Kurzführung mit Alexandra König

20.00
Die Lästerminen treten auf! Pantomime zur Aktuellen Szene Bulgariens mit Lester Corea, u.a., in drei Vignetten

20.30
Die Veronika Todorova-Band: Bulgarische Musik auf dem Akkordeon.

21.30
Die Ausstellungs-Highlights: Kurzführung

22.00
Die Lästerminen treten noch einmal auf - II. Vignette!

22.30
Die Veronika Todorova-Band: Bulgarische Musik auf dem Akkordeon.

23.00 bis 23.30
Werner Baumann spricht über seine Fotografien aus den Ateliers der Künstler in Bulgarien: „Bulgarien - Ein Bilderbuch“

23.30
Die Lästerminen treten wieder auf – III. Vignette!

24.00
Mitternachts-Lesung mit Margarete Ries, Stiftung Lesen, - Zeitgenössische bulgarische Literatur-Highlights!

0.30
Bulgarischer Schnaps als „Absacker“ an der Bar


 
 
Elena Panayotona

Bereits in den frühen 1980er Jahren sammelte das Ehepaar Peter und Irene Ludwig intensiv bulgarische Kunst, nicht ohne Bemühungen, in Sofia ein Museum für aktuelle Kunst zu eröffnen. Dieser Plan zerschlug sich jedoch Mitte der 1980er Jahre.

Nach mehr als zwanzig Jahren und einer langen Phase des Abgeschottetseins vom übrigen Europa erscheint es jetzt umso spannender, die Kunstszene in Bulgarien wieder neu zu thematisieren. Die Ausstellung greift deshalb wichtige Werke und Künstler aus der bestehenden Sammlung Ludwig auf und setzt diese in Relation mit einer neuen, im Aufbruch befindlichen jungen Szene. Es begegnen dabei auf der einen Seite auch die seinerzeit jungen Künstler der ersten Auswahl wieder, die heute den Professorenstatus an der Kunstakademie in Sofia innehaben.

Auf der anderen Seite kommen Künstler hinzu, die im vergangenen Jahr – erstmals seit über zwanzig Jahren – auf der Biennale in Venedig vertreten waren und neben anderen den Anschluss an die internationale Kunstszene gefunden haben. Die Ausstellung wird am Abend der Langen Nacht der Museen, Koblenz, mit einem großen, international besetzten Festakt eröffnet.

www.bulgarienzeit.de | Flyer

Weitere Informationen hier


Informationen zur Ausstellung

Seit Beitritt zur EU im Jahr 2007 und der Beteiligung von drei Künstlern bei der letzten Biennale in Venedig rückt der Balkanstaat mehr und mehr in den Fokus der internationalen Wahrnehmung. Davon profitiert nicht zuletzt auch die Kunstszene, sowohl im Land selbst als auch durch jene Künstler, die im europäischen Ausland studieren oder bereits arbeiten.

Als das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig Anfang der 1980er Jahre in Bulgarien in größerem Umfang begann Kunst zu sammeln, bot sich ihnen noch ein ganz anderes Bild. Es sind nicht nur die Einflüsse der jahrtausendealten Kulturen und die der byzantinischen Ikonenmalerei, sondern, nach 1945, vor allem der Einfluss der sowjetischen – besser gesagt der sozialistischen – Kunst, die eine eigenwillige „Melange“ hervorrufen. Besonders letztere versteht sich als Mittler von gesellschaftlichen sowie politischen Ideen und Ideologien, die durch die Kunst für die Menschen transportiert werden sollen. Das Engagement von Peter und Irene Ludwig geht schließlich soweit, dass ernsthaft mit der Regierung Bulgariens und dem dortigen Künstlerverband erörtert wird, ein eigenes Museum in Sofia mit aufzubauen, das – ebenso wie die übrigen international tätigen Ludwig Museen – sich als zeitgenössische Plattform für Kunst jenseits ideologischer Grenzen verstehen soll. Diese Pläne konnten Mitte der 1980er Jahre dann jedoch nicht realisiert werden. Gleichwohl verfügt die Sammlung Ludwig über mehr als 200 Werke zeitgenössischer Kunst aus Bulgarien. Pepa Hristova „Geschichten aus Bulgarien“, 2006, Fotografie Konzept der aktuellen Ausstellung ist es, sowohl einen Blick zu werfen auf einige wichtige Positionen der bestehenden Sammlung Ludwig als auch die nachfolgenden Entwicklungen zu skizzieren, die sich in der Kunstszene nach 1985 in Bulgarien abzeichnen. Dies sind vor allem Künstler, die bereits damals wichtige Positionen eingenommen haben, wie z.B. Prof. Svetlin Roussev, der Berater Peter Ludwigs, Nikola Nikolov, Emil Stoychev sowie die damals zum Aufbruch bereiten jungen Künstler, die heute zu den Etabliertesten des Landes zählen, wie Stanislav Pamoukchiev und Ivaylo Mirtchev.

Vor allem aber der Blick auf die junge Generation von Künstlern belegt, wie sehr Bulgarien den Umbruch in eine westlich orientierte Gesellschaft im Inneren bereits vollzieht und damit auch in großen Schritten sich aufmacht, den Anschluss an die internationale Kunstszene zu manifestieren. Sowohl der künstlerische Ausdruck als auch die Variationsbreite der gewählten Materialien hat sich enorm geweitet, wobei Ernsthaftigkeit und spielerisches Experiment sich abzuwechseln scheinen. Die Malerei ist immer noch eine der wichtigsten Grundfesten im künstlerischen Ausdruck und wird vor allem durch jüngere Künstler mit neuen Themen ausgereizt, wie z.B. bei Ivan Kostolov und Kiril Cholakov. Darüber hinaus findet die klassische Bildhauerei neue Ausdruckswege, wenn man sich die schlanken Gebilde von Ivan Russev anschaut oder die scheinbar simpel verpackten Objekte von Bora Petkova. Auch die Fotografie- und Videokunst erfahren seit den 1980er Jahren neue Dimensionen, vor allem seit der Gründung der anarchisch defi nierten Gruppe „Sofia Underground“. Während im Video vor allem die Selbstinszenierung und die Reflexion im Rol-Kiril Cholakov „Zähne“, 2006 Dinko Stoev „Landscape with a Fetish“, 2006 Die Ausstellung fasst die unterschiedlichsten Positionen von mehr als fünfundzwanzig Jahren bulgarischer Kunst zusammen, die seit den Sammlungsaktivitäten von Peter und Irene Ludwig Anfang der 1980er Jahre initiiert wurden. Viele Künstler haben seit den 1980er Jahren außerhalb Bulgariens keinerlei Außenwirkung erzielen können, dazu war das Land zu sehr abgeschottet von Westeuropa. Erst die politische Umsetzung eines vereinten Europas und der damit verbundene Beitritt zur EU lassen nicht nur Einblicke nehmen, sondern forcieren rasche Entwicklungen und den internationalen Dialog. Mit einem Spektrum von mehr als vierzig Künstlern wird erstmals ein umfassender Bogen gespannt, der die Sammlung Ludwig in Beziehung setzt bis hin zur aktuellen Szene Bulgariens.

Beteiligte Künstler

Svilen Blajev
Bozhidar Boyadjiev
Milko Bozhkov
Kiril Cholakov
Krassimir Dobrev
Boryana Dragoeva
Vassilena Gankovska
Lyuben Genov
Dimitar Grozdano
Pepa Hristova
Vikenti Komitski
Ivan Kostolov
Ilian Lalev
Nadezhda Oleg Lyahova
Nikolay Maystorov
Kostadinka Miladinova
Kossyo Minchev
Ivaylo Mirtchev
Stefan Nikolaev
Nikola Nikolov
Stanislav Pamoukchiev
Todor Panayotov
Elena Panayotova
Bora Petkova
Adelina Popnedeleva
Emil Popov
Kiril Prashkov
Doychin Roussev
Ivan Roussev
Svetlin Roussev
Boris & Gabriela Serginovi
Teofan Sokerov
Angel Stanev
Valentin Starchev
Dinko Stoev
Emil Stoychev
Violeta Tanova
Kalina Tasseva
Alexander Valchev
Dimitar Yaranov
Stefan Yanev
Ventislav Zankov

Es erscheint ein umfangreicher Katalog im Kettler Verlag, Bönen, mit wissenschaftlichen Beiträgen von Svetlin Roussev, Ivaylo Mirtchev, Maria Vassilieva und Beate Reifenscheid, ca. 144 Seiten (mit zahlreichen Abbildungen) zum Preis von ca. 20 EUR.

 

 

   

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