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EDWARD QUINN - Riviera Cocktail
4. November 2007 - 20. Januar 2008

 
 
Großer FOTO-WETTBEWERB!
Werden Sie DER Côte d´Azur-Star-Fotograf
des Ludwig Museum und
gewinnen Sie einen von drei Preisen!

PROGRAMM-TIPP
Lesung zur Ausstellung

Ralf Nestmeyer liest aus "Provence und Côte d´Azur - Literarische Reisebilder aus dem Midi"

11. Januar 2008, 18.30 Uhr
>> mehr Informationen..

Fotos der Vernissage

An der Côte d´Azur fotografierte der Ire Edward Quinn (1920 bis 1997) das gesellschaftliche und kulturelle Leben in den 50er und 60er Jahren auf einzigartige und umfassende Weise: Das Verweilen der Filmstars, der Pin-Up-Girls, Chansonniers, Jazzmusiker, Literaten, Künstler, Politiker, Reeder und Regisseure sowie des Hochadels an der französischen Riviera hielt er fest - in ungezählten, bislang nur selektiv veröffentlichten Schnappschüssen und gekonnten Einstellungen seiner Leica und Rolleiflex. Mit einem unverwechselbaren, charmanten Blick und Sinn für Humor fotografierte er „Celebrities“ wie Brigitte Bardot, Sophia Loren, Audrey Hepburn, Romy Schneider, Alain Delon, Marlon Brando, Aristoteles Onassis, Grace Kelly, Cary Grant, Gary Cooper, Yul Brynner, Georges Simenon, Francoise Sagan, Alexander Calder oder Pablo Picasso. Quinn brachte sie und viele andere in ihren Hotelsuiten des Carlton in Cannes, am Strand von St. Tropez, beim Verlassen des Nachtclubs von Monte Carlo, zu Beginn ihrer Karriere, beim Schreiben, beim Malen, beim Filmen vor sein Objektiv.

Tausend Augen, ein Star: Gina Lollobrigida.
Monte Carlo Sporting Club. Monte Carlo 1955.
Abendliche Ausfahrt in Monte Carlo. Mr. Onassis chauffiert Sir Winston Churchill (ganz links), der sich mit Maria Callas (Bildmitte) unterhält. Rechts Eugenie Niarchos, die Schwester von Tina Onassis. Monte Carlo 1959.

Edward Quinn wurde 1920 in Dublin geboren, in Belfast spielte er in einer Band Hawaii-Gitarre, überlebte in einer Kirche einen deutschen Luftangriff, war Funker bei der Royal Air Force und Flieger der Chartair-Maschinen, in denen er in den ersten Nachkriegsjahren zwischen Afrika und Europa pendelte. Seine Karriere als Fotograf begann mit dem Umzug an die Côte d´Azur, von dem er sich alles versprach. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt weiter als Musiker, spielte Gitarre und Kontrabaß, sang. Im Jahr 1949 kündigte in Nizza ein Plakat seinen Auftritt an: „Eddie Quinero, der berühmte E-Gitarrist. Zum ersten Mal an der Côte d´Azur. Chez Léontine, Cabaret Américain, Samstag, 24. und Sonntag, 25. September 1949“. In Monaco mietete er ein kleines Apartment, das ihm einen Blick auf den Fürstenpalast gewährte. Mit einer geliehenen Kodak Retina lernte er zu fotografieren. Im Mathis-Cabriolet verfolgte er zusammen mit seiner Schweizer Freundin Gret Sulser, die er 1952 heiraten und mit der er vierzig Jahre in Nizza leben wird, das Leben an der Küste, kaufte sich eine Rolleiflex und einen alten Vergrößerer, begann mit der Aufnahme von Strandschönheiten, die sich mit seinen Fotos den Magazinen und Agenturen andienen wollten. Der American National Enquirer schrieb ihm zu den ihm zur Ansicht zugesandten Kopien von Fotos: „Wie Sie sehen, bevorzugen wir den Bikini sowie eine Figur, die ihn bestens ausfüllt.“.

Yul Brynner machte mit seiner Frau ein paar Tage Urlaub an einem geheimen Ort in Saint-Tropez. Dennoch zeigte sich Brynner mit seinem neuen silbergrauen Mercedes-Benz 300 SL in der Öffentlichkeit. Er fuhr damit den Quai entlang und genehmigte sich in einem der kleinen Restaurants einen Drink. Der Mann, der freundlicherweise auf seinen Wagen aufpasste, bekam ein grosszügiges Trinkgeld. Saint-Tropez 1959. Aussicht für Privilegierte: Sophia Loren schaut in ihrer Suite im Carlton aufs Meer hinaus.
Cannes Filmfestival 1955.

Die Pin-Up-Fotografie erwies sich aber als wenig lukrativ und schnell fand er heraus, was Zeitungen und Zeitschriften wirklich interessierte: Celebrities. So wurden auch renommierte Illustrierte wie PARIS MATCH und LIFE auf Quinn aufmerksam. Sie kauften ihm seine auf Yachten, in Hotelsuiten und an Strandpromenaden entstandenen „shots“ gerne ab. Das Besondere in Quinns Fotografie ist, daß es ihm gelang, „Augenblickbeziehungen [herzustellen], die uns als Betrachter immer wieder das Gefühl geben, hinter der Star- und Hollywoodfassade auch die Privatperson zu ahnen. Vielleicht ist aber auch genau das authentisch, was inszeniert scheint und brillant gespielt, was natürlich wirkt. Das paßt zu Quinn, weil auch er auf dem schmalen Grat zwischen List und Liebenswürdigkeit seine besten Resultat erzielte. … Außerdem haben die Stars und Celebrities vom Anti-Paparazzo Quinn nichts zu befürchten. Quinn stellt seine Selbstdarsteller nicht bloß, sondern so starlike dar, wie sie sich selber am liebsten sehen.“ (Heinz Bütler).

Flughafen Nizza, Ankunft von Elizabeth Taylor für einen Kurzurlaub in der Villa “Fiorentina” in Saint-Jean-Cap Ferrat. Mit dabei ihre beiden Söhne Michael und Christopher Wilding und die zwei Familienhunde. Nizza 1957. Marlene Dietrich und ihr Privatfriseur René of London, der mit dem Star durch ganz Europa reiste und immer zur Stelle war, wenn Marlenes Haar für eine Gala frisiert werden musste. Die Dietrich war Gaststar am Gala-Abend für Polio-Opfer im Sporting Club. Monte Carlo 1954.

Oftmals konnte Quinn bei den Stars vorbeischauen, wann er wollte und fotografieren, wie er wollte: „Hilfreich für mich war, daß man mir so sehr vertraute. Ich mußte die fertigen Fotos nie zeigen. Die Leute wußten, daß ich keine unvorteilhaften Fotos veröffentlichen würde.“ Die Massenblätter verkauften einem Millionenpublikum seine Aufnahmen als Einblicke in das wahre Leben der Reichen und Schönen.

1951 begann seine Freundschaft mit Picasso, die bis zum Tod des Künstlers 1973 dauerte. In dieser Zeit entstand ein umfangreiches fotografisches Werk über und mit Picasso. Durch diese Beziehung angeregt, wandte sich Quinn seit den 60er Jahren verstärkt der Arbeit mit Künstlern zu: Max Ernst, Alexander Calder, Francis Bacon, Salvador Dalí, David Hockney und zuletzt seit den 80er Jahren vor allem Georg Baselitz. Zu Beginn der 90er Jahre zog Quinn an den Zürichsee, wo er bis 1997 mit seiner Frau lebte. Edward Quinns Nachlaß (www.edwardquinn.com) umfaßt mehr als 100.000 Negative, zehntausende Kontaktbögen, tausende Abzüge in allen Formaten, Dokumente, Briefe und Fotos.

Zu der in Zusammenarbeit mit dem Edward Quinn Archiv, Zürich, erarbeiteten Ausstellung wird der 2007 im teNeues Verlag erschienene gleichnamige Prachtband angeboten (hrsg. von Heinz Bütler und Gret Quinn, 216 Seiten, 156 Duotone Fotografie-Seite, 78 Euro).

Zehn Jahre nach dem Tod von Edward Quinn präsentiert das Ludwig Museum im Deutschherrenhaus erstmals einen „fotografischen Cocktail“ aus über 150 Fotografien.

Während der Ausstellung läuft der Dokumentarfilm des Zürcher Filmautors Heinz Bütler: „Riviera Cocktail – Edward Quinn, Photographer, Nice“ (2006).

Eintritt zur Ausstellung:
4 Euro, ermäßigt 2,00 Euro; Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt

 
 

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

WANN? Sonntag, der 04.11.2007, 11 Uhr
WO?     Ludwig Museum im Deutschherrenhaus, Koblenz

Begrüßung
Klaus von Frieling, Honorarkonsul der Republik Irland
Wolfgang Frei, Edward Quinn Archive, Zürich

Einführung
Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin

Musikalische Begleitung
Mike und Moro Reinhardt - Swing (Akustik)

Gret Quinn, Witwe von Edward Quinn, Nachlassverwalterin und Mit-Herausgeberin des Katalogs, wird zugegegen sein. Ebenso werden Frau Frei, Edward Quinn Archive, und Heinz Bütler, Mit-Herausgeber des Katalogs und Autor des Dokumentarfilms über Edward Quinn aus Zürich anreisen.

 
   

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