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Anselm Kiefer
Memorabilia
19. August bis 28. Oktober 2012
Aktuelle Pressemitteilung >>
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Ich halte alle Indien in meiner Hand, 2005,
copyright A.Kiefer, Fotoright Dr. M. Ruiter |
Die Ausstellung MEMORABILIA im Ludwig Museum versammelt an die 25 Werke des
international gefeierten Künstlers Anselm Kiefer, die den Aspekt des Erinnerns und des
Niederschreibens exemplarisch veranschaulichen. Dazu zählen die "unfruchtbaren
Landschaften", wie auch seine Bleibücher, seine mythologischen Interpretationen und
skulpturalen Installationen. Mit Werken aus musealen Sammlungen, aus Privatbesitz und
aus der Sammlung Ludwig präsentiert sie wichtige Aspekte des OEuvres von Anselm
Kiefer.
Wie kaum ein anderer Künstler verkörpert Anselm Kiefer die Sehnsucht nach mythischer
Durchdringung von Geschichte, Naturereignissen und Erzählungen, die sich in die
Menschheitsgeschichte eingeschrieben haben. Seine zumeist großformatigen Werke
behandeln Motive der deutschen Literatur, zentrieren Themen der Historie von der Antike
bis zum Kalten Krieg und greifen dabei Sujets der Weltgeschichte auf, die in mythischen
Gestalten wie der "Europa" oder den "Frauen in der Antike" eine Deutung erfahren. Zudem
umkreist er das Thema der Natur, der entleerten, unfruchtbar gewordenen Landschaften.
Oft treffen in seinen Bildern und Installationen sowohl Bildsprache als auch Schriftsprache
in ebenbürtiger Weise zusammen. Wie die Bildende Kunst, so vermag auch das Lesen
eindrucksstarke Bilder zu vermitteln und ist in der Lage kulturverbindende Geschichten für
die Nachwelt wach zu halten. Die kindlich anmutende Schreibschrift und die ungelenken
Großbuchstaben werden zu erzählerischen Bildelementen, während zugleich einige
Bildpartien wiederum zu rätselhaften Zeichen werden. Literatur und Schrift sind für Anselm
Kiefer von besonderer Bedeutung. Er nennt Namen von Orten und Menschen, deren
Erinnerungen im kollektiven Bewusstsein mehr und mehr zu verschwinden drohen und
wirkt auf diese Weise wider dem Vergessen.
Neben der inhaltlichen Faszination, die von Anselm Kiefers komplexen Bildwelten
ausgehen, beeindrucken seine Arbeiten auch durch ihre raumausfüllenden Formate, die
den Betrachter geradezu physisch in den Bann ziehen und ihn zur aktiven Teilhabe
herausfordern. Der hoch gelagerte Horizont und die vielen rätselhaften Details lassen den
Betrachter in mehrerlei Hinsicht zum Erforscher seines eigenen Standpunkts werden.
Verstärkt wird dieser Aufforderungscharakter durch die außergewöhnliche Mal- und
Arbeitstechnik. Dick aufgetragene Farb- und Tonschichten, Relikte aus Stroh, Erde,
Asche, Blei und Assemblagen aus Modelflugzeugen oder U-Booten lassen das Bild aus
der Zweidimensionalität herauswachsen und als körperhaftes Relief erscheinen. Seine
Bildwelten wirken oftmals aufgrund ihrer Größe und ihrer lebendigen Plastizität wie
erzählerische Theaterinszenierungen, stets mit nachhaltig aufwühlender Wirkung.
So ist es kaum verwunderlich, dass Anselm Kiefer 2009 anlässlich des 20-jährigen
Bestehens der Pariser Opéra Bastille mit der künstlerischen Leitung einer Inszenierung
beauftragt wurde. Ausgehend von den Texten des Alten Testaments, entwickelte er nicht
nur das Konzept, sondern führt auch Regie und gestaltet das Bühnenbild und die
Kostüme.
Neben vielen anderen hochrangigen Auszeichnungen wurde Anselm Kiefer 2009 in Paris
mit dem Adenauer-de Gaulle-Preis ausgezeichnet, der sein Engagement um den
kulturellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich würdigt. In diesem Sinne bildet
Anselm Kiefers OEuvre einen Brückenschlag zwischen Deutschland und Frankreich und
steht nicht zuletzt deshalb im Fokus zum 20-jährigen Bestehen des Ludwig Museums. Das
Museum in Koblenz konzentriert sich mit seiner Sammlung auf zeitgenössische Positionen
aus Frankreich und ehrt im Jubiläumsjahr bewusst diesen großen Ausnahmekünstler, der
im französischen Nachbarland seine Wahlheimat gefunden hat.
Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog. Rund um MEMORABILIA bietet das
Ludwig Museum ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm für Kinder und
Erwachsene an. Außerdem können Sie jeden Sonntag um 15:00 Uhr an einer kostenlosen
Führung teilnehmen.
Die Ausstellung wird unterstützt durch die Ludwig Stiftung in Aachen und dem
Medienpartner SWR.
Katalog zur Ausstellung:
Anselm Kiefer - Memorabilia, hrsg. von Dr. Beate Reifenscheid, mit Texten von Prof. Klaus Honnef
und Prof. Dr. Dieter Ronte, Mailand 2012.
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Anselm Kiefer "Mutatuli" 2004/2005
copyrights Galerie Röpke Köln / Copyrights Anselm Kiefer |
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Ekhard Kremers "Vom Vergessen" in der Sankt Kastor Basilika
26.08. – 29.09.2012
Begleitend zur Anselm Kiefer-Ausstellung im Ludwig Museum wird im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz, der diesjährig unter dem Motto "Gott und die Welt" firmiert, eine Präsentation der Werke von Professor Eckhard Kremers in der Sankt Kastor Basilika gezeigt. Es ist die bereits dritte künstlerische Position, nach dem Franzosen Daniel Coulet (2010) und dem In Italien lebenden Jannis Kounellis (2011), die das Ludwig Museum in Kooperation mit der benachbarten Kirche ausrichtet. Der in Diez (Rh.-Pf.) lebende Professor Kremers eignet sich in besonderem Maße, einen Kontext zwischen Mensch und Kirche herzustellen, geht es doch in seinen vielschichtigen Werken immer wieder um die Auslotung der Möglichkeiten von Darstellbarkeit und dem eigentlich Nicht(mehr)-Darstellbarem. Dies bezieht sich auf Sujets wie die menschliche Figur, die er selten vollständig, sondern fragmentarisch und auf das Wesentliche reduziert vorstellt. Dies betrifft aber auch Erzählstrukturen in seinen Bildern, die mehr andeuten als ausformulieren. Deutlich wird dies zugleich in seinen malerischen Texturen und Oberflächen, die in eine ganz eigene Bildsprache überführt werden.
Eine ganze Bilderserie hat er seinem an Demenz erkrankten und zwischenzeitlich auch verstorbenen Freund gewidmet. Die Serie "Vom Vergessen" macht dies auf ebenso einfühlsame wie teilweise drastische Art deutlich. Das Konzept sieht vor, ein paar wenige Exponate, ca. sechs Bronzeköpfe, in der Sankt Kastor Kirche zu präsentieren und damit den kranken, vom Leben gezeichneten Menschen in den Kontext der christlichen Heilsbotschaft zu stellen. Die Bezüge, die sich optisch wie auch inhaltlich ergeben, sind vielfältig. Unweigerlich wird neben den Köpfen auch das Haupt Christi am Kreuz mit in den Blick genommen. Sowohl das Gemälde Kremers, seine "Madonna senza testa" als auch die gleichnamige Skulptur, die er in Anlehnung an eine Marienfigur von Ghiotto gefasst hat, bringt er in einen spannungsreichen Dialog zu den Mariendarstellungen in der Basilika.
Das Künstlerprojekt wird vom Kultursommer Rheinland-Pfalz gefördert. Zu dieser Präsentation erscheint ein kleiner Katalog, hrsg. vom Ludwig Museum Koblenz, der den Besuchern der Sankt Kastor Basilika zugänglich gemacht wird.
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| Eckhard Kremers: Vom Vergessen |
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| Eckhard Kremers: Vom Vergessen |
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| Eckhard Kremers: Vom Vergessen |
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