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DIE LETZTE FREIHEIT
VON DEN PIONIEREN DER LAND-ART DER 1960ER JAHRE BIS ZUR NATUR IM CYBERSPACE
15. April 2011 bis 16. Oktober 2011

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Nach den verheerenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und dem danach erfolgten Neubeginn der Künste, die sich vor allem im abstrakten Gestus der New York School und des in Europa beheimateten Informell Ausdruck verschafften, waren es in den 1960er Jahren dann vor allem amerikanische Künstler, die sich ganz auf die Spuren der Natur begaben. Es war nicht mehr die Anschauung der Natur (im Sinne eines nahezu kontemplativen Aktes), die sie interessierte, sondern umgekehrt lieferte diese das Material, das zum künstlerischen Instrument wurde und zum Objekt Forschungsorientierter Versuchsreihen mutierte. Als ein wesentlicher Faktor kam hinzu, dass sich der künstlerische Prozess nicht mehr auf den Atelierraum reduzierte, oder – wie bei dem Impressionisten "vor der Natur" stattfand -, sondern die Künstler sich selbst in zumeist entlegene Gegenden begaben und diese zum Teil großflächig transformierten. Eine der Fragen, die sich bereits zu Anfang stellt, ist die nach dem Ursprung dieses Paradigmenwechsels und zugleich die daraus sich ableitende Klärung, inwieweit Naturbeobachtung im Akt der Transformation nicht nur sichtbar, sondern ggf. zugleich konterkariert wird.

In diesem Zusammenhang soll in einem ersten Schritt recherchiert werden, was die historischen Grundlagen für diesen, auf Erforschung ausgerichteten Ansatz der Künstler war. Robert Smithson, aber auch Richard Long, Dennis Oppenheim, Mario Merz und einige Andere bereiteten ihre Land-Art Projekte zuweilen wie Expeditionen von Geologen vor. Vom wissenschaftlichen Charakter ihres Ansatzes geschuldet, besorgten sie sich Landkarten mit entsprechenden Höhengraden und den exakten geologischen Formationen, oder sie versorgten sich mit Informationen seitens der Biologen, um die einzelnen Spezies, die dort leben, zu examinieren. Sie erkundeten umfassend alle Eventualitäten, die sich aus ihren geplanten Interventionen ergeben könnten. So begab sich beispielsweise Richard Smithson auf eine Forschungsreise zum Terrain der großen Salzseen von Utha, bevor er mit seiner "spirale" die Landschaft großflächig veränderte.

Es bleibt u.a. auch zu klären, was der historische, gesellschaftliche und politische Hintergrund dieser Aktionen war. Im Zeichen von Hiroshima, Pearl Harbour und der in den 1960er Jahren einsetzenden Mondlandungen durch die Amerikaner und UDSSR nehmen sich die Land-Art-Projekte vergleichsweise archaisch aus – bewusst auf minimale Formen reduziert - und zugleich als gewählter Gegen-Ort zur immer mehr sich verdichteten Situation menschlicher Ballungszentren, vornehmlich in den Metropolen dieser Welt.

In den Anfangsjahren, so scheint es, wird vor allem der freie, teils noch unberührte, oder zumindest wenig besiedelte Naturraum durch die Künstler aufgesucht. Sie intervenieren mit ebenso großflächigen Maßnahmen, die nur durch eigenes physisches Durchwandern oder aus der Luftperspektive erlebbar werden. Ihre Großflächigkeit versteht sich als adäquates Pendant zur Landschaft. Die Natur wird nicht als Objekt der Besinnung oder gar als Rückzugsgebiet verstanden, sondern zunächst als Basis wissenschaftlich orientierter Studien und schließlich als ebenbürtiger Dialogpartner.

Nur wenig später wandelt sich das Verhältnis zwischen Natur – Künstler – Intervention. Der Umgang mit der Natur und damit auch die Befragung ihrer Möglichkeiten verändert sich zuungunsten des wissenschaftlichen Ansatzes und tendiert nun mehr zur ästhetischen Geste. Gleichwohl gibt es bedeutsame Ausnahmen: Agnes Denes "Kornfeld", das diese Ende der 1970er Jahre inmitten von Manhattan, unmittelbar an der Grenze zur Wall Street, implantierte, versteht sich durchaus als ein politisches Statement. In einer rein materialistischen, vornehmlich kapitalistisch orientierten Welt (des Westens!) nehmen sich solche künstlerischen Interventionen als Protest aus, als mahnende und beschwörende Geste die Natur nicht vollkommen zu verdrängen. Sie ist zugleich aber auch kraftvolles, selbstbewusstes Statement, das die Überlebenskunst von Natur in den öffentlichen Raum stellt. Dennoch bleiben diese Gesten zu der Zeit vergleichsweise vereinzelt.

Die Land-Art wie sie in den 1960er und frühen 1970er Jahren sich entwickelte, existiert in 1980er und 1990er Jahren in nur wenigen, dafür meist spektakulären Projekten weiter. Hierzu zählen insbesondere die Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude (so z.B. der "Fence", das "Umbrella Project" in Japan, die "Wrapped Islands" vor Miami etc.) Hier ist jedoch sogleich festzuhalten, dass es sich nun um Interventionen im Naturraum handelt, nicht aber um Land-Art im ursprünglichen Sinne. Es ist nun nicht mehr die Natur, die durch Natur selbst transformiert wird, (so werden auch keine Naturmaterialien verwendet), sondern die Intervention wird als inszenierte Störung angelegt, die ihrerseits nach ästhetischen Kriterien ausgerichtet ist.

Vor allem in den 1980er Jahren verschwindet – bis auf Christo und Jeanne-Claude's Projekte – die Idee der Land-Art weitgehend. An ihre Stelle treten jedoch sensible, gänzlich durch die Natur inspirierte Kompositionen. Dabei spielt das Material eine ebenso große Rolle wie der jeweilige Ort, der als genius loci begriffen wird. Insbesondere britische Künstler, allen voran Andy Goldsworthy und David Nash, haben die Maßstäbe hier neu definiert.

Idee der Ausstellung ist es, diese historischen Positionen anhand von Skizzen, Artefakten, Dokumenten, Modellen, Fotografien und filmischen Aufzeichnungen nachzuvollziehen. Die Entwicklungen umfassen die letzten nahezu fünfzig Jahre, in denen mehrfach ein Wechsel der Positionen, der Zielsetzungen und der Materialausbeutung stattgefunden hat. Dabei werden auch die neuesten Ansätze, die künstliche Welt des Cyberspace – Natur in der Retorte – als letzter Ausblick mit involviert. Dergestalt zeigen sich die Beziehungen zwischen der amerikanischen Kunstszene und jener, die sich in Europa (sowie mit einigen wenigen Experimenten auch im asiatischen Raum vertreten) weitgehend an den amerikanischen Tendenzen orientierte. Viele Werke von Smithson, Oppenheim, Longo etc. befinden sich heute in bedeutenden Sammlungen (so u.a. im Museo Reina Sofia, Madrid, im Museum of Modern Art in New York, im Guggenheim Museum in New York, Museum Ludwig, Köln, Ludwig Forum, Aachen, internationalen Galerien und Privatsammlungen) sowie in den Archiven der Künstler. Erstmals soll deshalb dieser inhaltliche Kontext aufgezeigt und exemplarisch belegt werden.

DIE KÜNSTLER DER AUSSTELLUNG (Auswahl):

Ai Weiwei (CN)
Adam Berg (USA)
Christo & Jeanne-Claude (USA)
Walter de Maria (USA)
Agnes Denes (USA)
Jan Dibbets (NL)
Florian Dombois (D)
Toshikatsu Endo (J)
Hamish Fulton (GB)
Andy Goldsworthy (GB)
Hans Haacke (D)
Michael Heizer (USA)
Nancy Holt (USA)
Peter Hutchinson (USA)
Richard Long (GB)
Glenn Marshall (GB)
Robert Morris (USA)
David Nash (GB)
Dennis Oppenheim (USA)
Jaume Plensa (ES)
Charles Ross (USA)
Robert Smithson (USA)
James Turrell (USA)




Ludwig Museum Shop

Während der Ausstellung "Die letzte Freiheit – Von den Pionieren der Land-Art der 1960er Jahre bis zur Natur im Cyberspace" können Sie unsere Publikationen und vieles mehr auch in unserem Museumsshop erwerben. Schauen sie vorbei und lassen Sie sich inspirieren.








NEW PARADISES
Konzept für den Blumenhof und Skulpturengarten am Ludwig Museum zur BUGA2011
15. April 2011 bis 16. Oktober 2011

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Das Ludwigmuseum im Deutschherrenhaus

Im Ludwig Museum erleben Sie zur Bundesgartenschau in Koblenz im Jahr 2011 in herrlicher Kulisse am Deutschen Eck internationale aktuelle Kunst mit einer großen Sonderausstellung im Freien. Kuratorin Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin des Ludwig Museum, präsentiert unter dem Titel New Paradises ein Konzept, das das geistige und spirituelle Zentrum, das ehemals durch die St. Kastor-Kirche und den ehemaligen Orden der Deutschherren gebildet wurde, mit dem Thema des Paradiesgartens reflektiert.

Die Präsentation erstreckt sich über das Gebiet einer der drei Kernbereiche (Schlossplatz, Gelände Ehrenbreitstein und der Gartenbereich um das Ludwig Museum herum). Das zur Verfügung stehende Areal umfasst den Blumenhof, der sich zur einen Seite als Paradiesgarten zur mittelalterlichen Basilika St. Kastor ausdehnt und jetzt an die Talstation der neu errichteten Seilbahn grenzt. Zur anderen Seite, und damit zum Ludwig Museum hin, liegt der sogenannte Skulpturengarten.

Grundriss der Planung zur BUGA 2011

Vertreten sind diese Künstler:

Der Brite David Nash, dessen Arbeiten die Natur und das Leben als eine untrennbare Einheit sehen.

Laura Ford, die sich in ihren Arbeiten mit der Frage beschäftigt, wie Skulptur zu einem Teil der Landschaft werden kann.

Zu den ausgewählten internationalen Künstlerpersönlichkeiten gehört auch der Japaner Masayuki Koorida, der mit ungewöhnlichen "Flowers" aus poliertem schwarzem oder weißem Granit seit einiger Zeit im öffentlichen Raum großes Aufsehen erregt.

Auch wird der in Rom lebende griechische Künstler Jannis Kounellis, Mitbegründer der Arte Povera-Bewegung, mit einer künstlerischen Intervention in der Basilika St. Kastor vertreten sein.

Peter Bömmels wiederum, deutscher Maler und Zeichner, gehört über seine Verbindung zur Künstlergruppe Mülheimer Freiheit zu den wichtigsten Vertretern der 1980er-Jahre. Er präsentiert sich mit dem Werk "Die sieben Steine zur Lage" als Bildhauer.

Der Spanier Jaume Plensa ist mit der Skluptur "Alchemy" vertreten. Zentral im großen Blumenbeet positioniert umspielt diese den Gedanken der Poesie und bildet eine Verbindung aus im Spannungsgefüge Mensch - Natur. Die Skulptur ist mit den Namen von Schriftstellern bedeckt. Neben den Worten Goethe, Joyce und Shakespeare stehen Orwell, Verne und Tolkien. Aus dem Inneren der Figur wächst eine Pflanze als Verstofflichung von Ideen und Erkenntnissen heraus.
Es fehlt auch nicht die bei Koblenz lebende Französin Martine Andernach, für die die Natur das Maß aller Dinge ist und deren auratisch wirkende Skulpturen auf wenige rechteckige Grundformen reduziert sind, um dabei nur annähernd die Illusion von menschlichen Körpern vorzugeben.

HD Schrader, der im Ludwig Museum von Dezember 2010 bis Februar 2011 eine Einzelausstellung erhält, ist für seine aus der Grundform des Kubus entwickelten Außenraumkonzepte seit Jahrzehnten bekannt. Er wird mit seinem Projekt der schwarzen Fledermauskästen vertreten sein: Aus den in einem Baum zahlreich hängenden "Bat Nestinghouses schallen Fledermaustöne. Seine in Baumkronen installierten Objekte werden die Blickachsen in den Gärten verändern.

Das Ludwig Museum liegt unmittelbar am Deutschen Eck und damit am einzigartigen Zusammenfluss von Rhein und Mosel direkt hinter dem Denkmal Kaiser Wilhelms. Hier erleben die Besucher in herrlicher Kulisse seit 1992 internationale aktuelle Kunst mit jährlich etwa acht Wechselausstellungen. Grundstock bilden Werke von französischen, deutschen und amerikanischen Künstlern aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig. Darunter sind Arbeiten von Niki de Saint Phalle bis Roy Lichtenstein, von César und Daniel Spoerri bis Jasper Johns und Frank Stella.

Das Ludwig Museum ist in Rheinland-Pfalz das einzige Museum, das sich ausschließlich der zeitgenössischen Kunst verpflichtet hat. Es wurde durch das Engagement des in Koblenz geborenen Industriellen und Sammlers Peter Ludwig und seiner Frau Irene Ludwig als eines der zur Ludwig Stiftung zugehörigen Museen eröffnet. Mit den Leihgaben und Schenkungen aus der Sammlung Ludwig erhielt das zur Stadt Koblenz gehörige Ludwig Museum seinen deutschlandweit einzigartigen Fokus, nämlich die Konzentration auf die zeitgenössische französische Kunst.

 

Im Laufe der Zeit sind im Außenraum im Blumenhof der überlebensgroße "Daumen" von César und im Inneren das Gemälde "Le peintre au travail" von Picasso zum "Wahrzeichen" des Museums geworden.

 
Paradiesgarten

Die Künstler

Martine Andernach, Die drei Grazien
Martine Andernach (D) | Die drei Grazien, 2011

Die Skulpturen der gebürtigen Französin beziehen sich grundsätzlich auf den Mensch, auf seine Proportionen. In ihrer reduzierten Formensprache entwickelt Andernach vornehmlich die Linie, auch als Umrisslinie, auf die sie auch das Volumen hin ausrichtet. So entwickelt sie zumeist aufragende Formen, die sich letztendlich auf ein schlankes Rechteck minimieren lassen. Immer wieder lässt sie ihre minimalistischen Formen insoweit an Menschen erinnern, als sie im oberen Teil kleine Querrechtecke ausformt, die an Köpfe vage erinnern.



Peter Bömmels, Sieben Steine zur Lage
Peter Bömmels (D) | Sieben Steine zur Lage, 1986-87

Der Maler Peter Bömmels hat sich bereits in den 1980er Jahren immer wieder mit Skulptur auseinander gesetzt. In diesem zu einem Relieffries angelegten Werk fasst er in sieben Steinen die Geschichte des modernen Menschen, der sich zwischen Pflicht und individuellem Freiheitsstreben verankert weiß. Wie in den Reliefs der Antike bis hin zur Renaissance liest sich der Fries von links nach rechts. Mit einer archaischen Bildersprache lässt er das Rätselvolle seiner eigenen Mythologien aufleuchten, wobei Assoziationen an prä-kolumbianische Skulpturen gleichermaßen mit einfließen. Er leistet damit einen Brückenschlag zwischen den alten, versunkenen Kulturen und einer modernen, mitunter kryptischen Sprache.



Masayuki Koorida (Japan) © Helmut Beier 2011
Masayuki Koorida (J) | White Seed

Die Werke des japanischen Künstlers Masayuki Koorida bestechen durch ihre schlichte, jedoch ungewöhnliche Formgebung. Sie erinnern an Moleküle oder Amöben, an Urformen des Lebens. Aus schwarzem oder weißem Granit gemeißelt und auf Hochglanz poliert, erwecken die zuweilen verstreut auf einer Wiese liegenden Gebilde den Eindruck, als könnten sie bei Berührung zerfließen oder zerplatzen. Die aus der Werkgruppe "Flowers" (Blumen) und "Seed" (Samen) stammende Skulptur, mit ihrer weichen, runden Kontur, lässt die Assimilation mit dem Vegetabilen, mit Pflanzenformen, deutlich werden. Koorida beschreibt den bildhauerischen Schaffensprozess als Vorgang, in dessen Verlauf sich Gedanken und Eingebungen auf der Suche nach einer allgemeingültigen Sprache zu einer Vorstellung, einem konkreten Bild formen. In seiner reduzierten Umsetzung bündelt Koorida die Ästhetik der japanischen Kultur und eröffnet in der Betrachtung den weiten Horizont vielschichtiger Wahrnehmungen.



Kounellis, St.Kastor ©HelmutBeier
Jannis Kounellis (GR) | Rauminstallation

Für Die Basilika Sankt Kastor entwickelt der ehemalige Professor der Kunstakademie Düsseldorf und international renommierte Künstler Jannis Kounellis eine eigene Raumintervention. Sie wird – wie alle Werke von Kounellis – durch ihre sensible Materialität und in ihrer reduzierten Formensprache mit der Spiritualität des sakralen Raumes kommunizieren und so den Besucher einladen, zu verweilen. Der Gedanke des Paradieses schwingt dabei ebenso mit wie der von Vergänglichkeit und Tod.



Laura Ford, Espaoiered Womman II
© Helmut Beier 2011
Laura Ford (GB) | Espaliered Woman III

Laura Ford beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Frage, wie Skulptur zu einem Teil der Landschaft werden kann. Themen ihrer Arbeiten sind der Mensch, Tiere und Pflanzen. In der Arbeit "Espaliered Woman III" erfährt die Verfremdung noch eine Steigerung: Ein Baumstumpf breitet seine Äste gleich mehreren menschlichen Armpaaren aus und könnte mit Hilfe seiner menschlichen Beine die Immobilität als Baum überwinden. Doch wie der Titel "Espaliered Woman" besagt, ist das eigenartige Mischwesen aus Frau und Baum mit seinen Ästen an ein imaginäres Spalier gebunden. Ohne Gesicht wird dieses skurrile und geradezu unheimliche Wesen aus Pflanze und Mensch für den Betrachter nicht zum Gegenüber, sondern entwickelt ein unbekanntes Eigenleben. Laura Fords Mischwesen eignen sich die sie umgebende Landschaft als Teil ihrer Fantasiewelt an.



David Nash kl © Helmut Beier 2011
David Nash (GB)

David Nash, dessen Arbeiten in zahlreichen bekannten Museen der Welt stehen, gehört zu den wichtigsten Bildhauern der Gegenwart. In seiner Kunst verfolgt Nash durchaus aktuelle Tendenzen der jeweiligen Zeit, vieles aber ist inspiriert durch die Schönheit seiner Wahlheimat Wales mit ihren ausgedehnten Wäldern. Für ihn bilden künstlerisches Arbeiten, die Natur und das Leben eine untrennbare Einheit. Er widmet sich vorrangig dem Holz und auch seine Bronze- und Eisengüsse entwickeln sich meist aus Arbeiten in Holz. Er lotet die Sprache seines Materials aus und lässt sie in seine Werke einfließen – die Zerbrechlichkeit zarter Ästchen, die Massivität ganzer Stämme, die Eigenheit, dass Holz arbeitet und reißt, die Stabilität, die es vermitteln kann. Nashs Auseinandersetzung mit den Themen Natur und Wachstum, Vergänglichkeit und Spiritualität mündet auch in die Arbeit "King and Queen" ein, die ursprünglich mit geschwärzter Eiche entstanden ist.



Jaume Plensa, Alchemy, 2006, Bronze,
Pflanze, Aufl. 6, 205 x 158 x 120 cm,
court. Gal. Scheffel, Bad Homburg
© Helmut Beier 2011
Jaume Plensa (SP) | Alechmy, 2006

Der Spanier Jaume Plensa gehört zu den herausragenden Protagonisten der jüngeren Bildhauergeneration. Er gilt als Fragensteller und seine Arbeiten als skulpturale Ideen, die vieles offenlassen. Sie fragen nach grundlegenden Erfahrungen des Lebens, und ihre Präsenz hallt nach. Leitmotiv für Plensas Arbeiten ist ein Satz von William Blake: "Ein Gedanke füllt die Unendlichkeit." Für den Künstler ist große Dichtung Skulptur und Wortklang und Sprache vibrierende Energie seines bildhauerischen Materials. Sein Ziel ist die poetische Verdichtung und gedankliche Durchdringung des Raumes. Seine Skulptur "Alchemy" umspielt diesen Gedanken der Poesie und bindet sie ein in das Spannungsgefüge Mensch – Natur. Die Skulptur ist mit den Namen von Schriftstellern bedeckt. Neben Goethe, Joyce und Shakespeare stehen Orwell, Verne und Tolkien. Aus dem Inneren der mit Schriftstellernamen versehenen Figur wächst eine Pflanze als Verstofflichung von Ideen und Erkenntnissen heraus.



HD Schrader, Bat Nestinghouses,
Animation für New Paradises 2011
HD Schrader (D) | Bat Nestinghouses, 2011

Der Bildhauer und Konzeptkünstler arbeitet dicht an und mit der Natur. Seine spektakulären Skulpturinstallationen beleben und interagieren mit der Natur. Für den Blumenhof hat er eigens eine Soundinstallation einer Fledermaus konzipiert, da viele ihrer Arten bedroht sind. Die Nistkästen leitet er ab aus seinem stringenten Konzept, alle seine Skulpturen auf die Kubusform zurückführen zu können. So verteilen sich die Nistkästen als ein Angebot an die Fledermäuse und zugleich ertönt ihre für den Menschen ansonsten unhörbarer Lautmelodie.





Aktuelle Pressemitteilung

Ein sensationeller Ankauf für das Ludwig Museum ist gelungen!

Mit dem Ankauf einer monumentalen Skulptur für den Außenbereich des Ludwig Museums in Koblenz ist es gelungen, den wichtigsten Ankauf für dieses Museum zu realisieren. Durch das Engagement der Sparda Bank Südwest und der mit ihr seit vielen Jahren umgesetzten Reihe "museale" stehen den insgesamt sechs integrierten Museen jeweils 200.000 EUR für Ankäufe zur Verfügung.

Durch die langjährige Zusammenarbeit der Direktorin des Ludwig Museums, Dr. Beate Reifenscheid, mit dem international wohl bedeutendsten Konzeptkünstler Bernar Venet (Jg. 1942) wurde die Idee geboren, von ihm eine Skulptur für das Ludwig Museum in Koblenz zu erwerben. Bernar Venet hat diesen Ankauf maßgeblich unterstützt. Nur so konnte mit der Sparda-Bank Südwest und durch weitere eingeworbene Mittel durch die Kulturstiftung der Länder und der Ludwig Stiftung Aachen der erforderliche Gesamtbetrag zustandekommen.

Für das Ludwig Museum in Koblenz, mit seiner Ausrichtung zur zeitgenössischen Kunst Frankreichs, war es interessant, gerade auch im gärtnerischen Außenbereich eine monumentale Skulptur zu implementieren, die diese konzeptionelle Brücke der Sammlung auch nach Außen hin verdeutlicht. Mit seinen zwei geradezu klassischen Arcs ("224.5° Arc x 5 et 225° Arc x 5", 2007) öffnet sich das Museum nun optisch auch für die Besucher des Deutschen Ecks.

Mit Bernar Venet, der bereits 2002 schon im Ludwig Museum ausgestellt hatte, verbindet sich nicht nur der Aspekt des Frankreichbezuges, sondern auch eine Künstlerbiografie, die sich auf einzigartige Weise mit der Internationalisierung und der von Venet gefundenen universellen Sprache der Kunst verbindet. Er interessierte sich seit den 1960er Jahren für komplexe mathematische Formeln, die er unverändert in seine Konzeptkunst überführte. Basierend auf der in der Mathematik angelegten "Übersetzungsarbeit" von angenommenen Realitäten, die in den Zeichen und Formeln eine logische Entsprechung finden, ähnlich wie dies in der Sprache geschieht, übersetzt auch Venet mit seinen mathematischen Formeln und auf diesen wiederum beruhenden Skulpturen Realitäten in Kunst. Auf der Ebene der geistigen Entsprechungen gleichen sie einander: Venets Skulpturen überführen diese jedoch in den dreidimensionalen Raum und vermitteln eine hohe sinnliche Qualität.

Venets Skulptur "224.5° Arc x 5 et 225° Arc x 5", 2007 am Deutschen Eck schafft eine Verbindung zwischen dem historischen preußischen Denkmal und der Vitalität und Dynamik der zeitgenössischen Kunst im Ludwig Museum.



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