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Elena Panayotona
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Kurzinfo zur Ausstellung
Bereits in den frühen 1980er Jahren sammelte das Ehepaar
Peter und Irene Ludwig intensiv bulgarische Kunst,
nicht ohne Bemühungen, in Sofia ein Museum für
aktuelle Kunst zu eröffnen. Dieser Plan zerschlug sich
jedoch Mitte der 1980er Jahre.
Nach mehr als zwanzig
Jahren und einer langen Phase des Abgeschottetseins
vom übrigen Europa erscheint es jetzt umso spannender,
die Kunstszene in Bulgarien wieder neu zu thematisieren.
Die Ausstellung greift deshalb wichtige Werke und
Künstler aus der bestehenden Sammlung Ludwig auf
und setzt diese in Relation mit einer neuen, im Aufbruch
befindlichen jungen Szene. Es begegnen dabei auf der
einen Seite auch die seinerzeit jungen Künstler der ersten
Auswahl wieder, die heute den Professorenstatus an der
Kunstakademie in Sofia innehaben.
www.bulgarienzeit.de | Flyer
Weitere Informationen hier
Informationen zur Ausstellung
Seit Beitritt zur EU im Jahr 2007 und der
Beteiligung von drei Künstlern bei der
letzten Biennale in Venedig rückt der
Balkanstaat mehr und mehr in den Fokus
der internationalen Wahrnehmung.
Davon profitiert nicht zuletzt auch die
Kunstszene, sowohl im Land selbst als
auch durch jene Künstler, die im europäischen
Ausland studieren oder bereits
arbeiten.
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Venzislav Zankov, Running
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Pepa Hristova, Geschichten aus Bulgarien, Fotografie 2006
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Pepa Hristova, Geschichten aus Bulgarien, Fotografie 2006
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Als das Sammlerehepaar Peter und
Irene Ludwig Anfang der 1980er Jahre in
Bulgarien in größerem Umfang begann
Kunst zu sammeln, bot sich ihnen noch
ein ganz anderes Bild. Es sind nicht nur die
Einflüsse der jahrtausendealten Kulturen und die
der byzantinischen Ikonenmalerei, sondern, nach
1945, vor allem der Einfluss der sowjetischen –
besser gesagt der sozialistischen – Kunst, die eine
eigenwillige „Melange“ hervorrufen. Besonders
letztere versteht sich als Mittler von gesellschaftlichen
sowie politischen Ideen und Ideologien,
die durch die Kunst für die Menschen transportiert
werden sollen. Das Engagement von Peter
und Irene Ludwig geht schließlich soweit, dass
ernsthaft mit der Regierung Bulgariens und dem
dortigen Künstlerverband erörtert wird, ein eigenes
Museum in Sofia mit aufzubauen, das – ebenso
wie die übrigen international tätigen Ludwig
Museen – sich als zeitgenössische Plattform für
Kunst jenseits ideologischer Grenzen verstehen
soll.
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Kiril Cholakov, Eyeboll
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Diese Pläne konnten Mitte der 1980er Jahre
dann jedoch nicht realisiert werden. Gleichwohl
verfügt die Sammlung Ludwig über mehr als 200
Werke zeitgenössischer Kunst aus Bulgarien.
Pepa Hristova „Geschichten aus Bulgarien“, 2006, Fotografie
Konzept der aktuellen Ausstellung ist es,
sowohl einen Blick zu werfen auf einige
wichtige Positionen der bestehenden Sammlung
Ludwig als auch die nachfolgenden
Entwicklungen zu skizzieren, die sich in der
Kunstszene nach 1985 in Bulgarien abzeichnen.
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Elena Panayotova -CarteOrange1
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Dies sind vor allem Künstler, die bereits
damals wichtige Positionen eingenommen
haben, wie z.B. Prof. Svetlin Roussev, der
Berater Peter Ludwigs, Nikola Nikolov, Emil
Stoychev sowie die damals zum Aufbruch
bereiten jungen Künstler, die heute zu den
Etabliertesten des Landes zählen, wie Nedko
Solakov, Stanislav Pamoukchiev und Ivaylo
Mirtchev.
Vor allem aber der Blick auf die junge
Generation von Künstlern belegt, wie sehr
Bulgarien den Umbruch in eine westlich
orientierte Gesellschaft im Inneren bereits
vollzieht und damit auch in großen Schritten sich
aufmacht, den Anschluss an die internationale
Kunstszene zu manifestieren. Sowohl der künstlerische
Ausdruck als auch die Variationsbreite der
gewählten Materialien hat sich enorm geweitet,
wobei Ernsthaftigkeit und spielerisches Experiment
sich abzuwechseln scheinen. Die Malerei ist
immer noch eine der wichtigsten Grundfesten im
künstlerischen Ausdruck und wird vor allem durch
jüngere Künstler mit neuen Themen ausgereizt,
wie z.B. bei Ivan Kostolov und Kiril Cholakov. Darüber
hinaus findet die klassische Bildhauerei neue
Ausdruckswege, wenn man sich die schlanken
Gebilde von Ivan Russev anschaut oder die scheinbar
simpel verpackten Objekte von Bora Petkova.
Auch die Fotografie- und Videokunst erfahren seit
den 1980er Jahren neue Dimensionen, vor allem
seit der Gründung der anarchisch defi nierten
Gruppe „Sofia Underground“. Während im Video
vor allem die Selbstinszenierung und die Reflexion
im Rol-Kiril Cholakov „Zähne“, 2006
Dinko Stoev „Landscape with a Fetish“, 2006.
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Ivan Kostolov, Eiscreme 100 x 80 cm, 2006
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Die Ausstellung fasst die unterschiedlichsten Positionen
von mehr als fünfundzwanzig Jahren bulgarischer
Kunst zusammen, die seit den Sammlungsaktivitäten
von Peter und Irene Ludwig Anfang der 1980er Jahre
initiiert wurden. Viele Künstler haben seit den 1980er
Jahren außerhalb Bulgariens keinerlei Außenwirkung
erzielen können, dazu war das Land zu sehr abgeschottet
von Westeuropa. Erst die politische Umsetzung eines
vereinten Europas und der damit verbundene Beitritt zur
EU lassen nicht nur Einblicke nehmen, sondern forcieren
rasche Entwicklungen und den internationalen Dialog.
Mit einem Spektrum von mehr als vierzig Künstlern
wird erstmals ein umfassender Bogen gespannt, der
die Sammlung Ludwig in Beziehung setzt bis hin zur
aktuellen Szene Bulgariens.
Beteiligte Künstler in alphabetischer Reihenfolge
Svetozara Alexandrova
Svilen Blazhev
Bozhidar Boyadzhiev
Milko Bozhkov & Boris Hristov
Kiril Cholakov
Krassimir Dobrev
Vassilena Gankovska
Lyuben Genov
Alla Georgieva
Dimitar Grozdanov
Pepa Hristova
Stefan Janev
Ioan Kirilov
Vikenti Komitski
Ivan Kostolov
Ilian Lalev
Nadezhda Oleg Lyahova
Nikolay Maystorov
Kostadinka Miladinova
Ivaylo Mirchev
Boris Missirkov & Georgi Bogdanov
Nikola Nikolov
Stanislav Pamoukchiev
Todor Panayotov
Elena Panayotova
Bora Petkova
Adelina Popnedeleva
Emil Popov
Doychin Russev
Ivan Russev
Svetlin Russev
Boris & Gabriela Serginovi
Teofan Sokerov
Nedko Solakov
Angel Stanev
Valentin Starchev
Dinko Stoev
Emil Stoychev
Violeta Tanova
Kalina Tasseva
Alexander Valchev
Dimitar Yaranov
Ventislav Zankov
Es erscheint ein umfangreicher Katalog im Kettler
Verlag, Bönen, mit wissenschaftlichen Beiträgen von
Svetlin Roussev, Ivaylo Mirtchev, Maria Vassilieva
und Beate Reifenscheid, ca. 144 Seiten (mit zahlreichen
Abbildungen) zum Preis von ca. 20 EUR.
Die Ausstellung AKTUELLE SZENE BULGARIEN steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck und S. E. General a. D. Angel Marin, Vizestaatspräsident der Republik Bulgarien.
Aktuelle Szene Bulgarien
6. September bis 2. November 2008
Eröffung der Ausstellung Aktuelle Szene Bulgarien um 17.30 Uhr
8. Lange Nacht der Museen
Eröffnung am 6. September, 17.30 Uhr
Feierliche Eröffnung der Ausstellung Aktuelle Szene Bulgarien unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck:
Dr. Eberhard Schulte-Wissermann, Oberbürgermeister der Stadt Koblenz
Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Kultur-Staatssekretär, Ministerium für
Wissenschaft, Jugend und Kultur
Ivan Tokadjiev, Vizeminister der Kultur der Republik
Bulgarien
Dr. Beate Reifenscheid, Direktorin des Ludwig Museum
Unmittelbar anschließend ab 19.00 Uhr: 8. Lange Nacht der Museen. Das Programm finden Sie hier.
Das Grußwort des Ministerpräsidenten finden Sie hier.
Das Begleitprogramm können Sie hier herunterladen, den Flyer zur Ausstellung finden Sie hier. |